Natur

Forscher entdecken gefährliche neue Zecken-Krankheit

Schwedische Forscher sind derzeit einer neuen, gefährlichen Zeckenkrankheit auf der Spur. Noch ist sie vielen Ärzten nicht geläufig. Riskant ist sie vor allem für ältere Menschen.

In Anbetracht der jüngsten Erkenntnisse müssen Ärzte nun in ihrer Zecken-Diagnose noch gründlicher sein. (Foto: Flickr/John Tann)

In Anbetracht der jüngsten Erkenntnisse müssen Ärzte nun in ihrer Zecken-Diagnose noch gründlicher sein. (Foto: Flickr/John Tann)

Das Bakterium Candidatus Neoehrlichia mikurensis wurde bereits 1999 in Zecken und Nagetieren identifiziert. Doch erst im Jahr 2010 wurde die weltweit erste Infektion beim Menschen bestätigt. Bisher tritt sie nur in Europa und Asien auf. Aufgrund ihrer relativen Neuheit und schweren Diagnostizierbarkeit deuten Mediziner ihre Symptome oft falsch.

Die von der Göteborger Sahlgrenska Academy im Fachblatt „Clinical Infectious Diseases“ veröffentlichte Studie zeigt, dass die neuartige Zeckenkrankheit in erster Linie für ältere Personen gefährlich werden kann. Riskant sei sie auch für jene Patienten, die Medikamente zur Unterdrückung des körpereigenen Immunsystems einnehmen müssen.

Als Symptome lassen sich unter anderem Fieber, Gewichtsverlust, allgemeines Unwohlsein sowie Muskel- und Gelenkschmerzen beobachten. In der Folge können Thrombosen, Embolien und Aneurysmen, also Gefäßverschlüsse und –aussackungen auftreten, da sich die Krankheit auch auf die Blutgefäße auswirkt.

Vor vier Jahren rückte das Bakterium in den Fokus der Wissenschaft, als es zum ersten Todesfall durch die Krankheit kam. Seither konnten europaweit 19 Fälle registriert werden. Elf davon nahm ein Team von Sahlgrenksa-Wissenschaftler um Christine Wenneras genauer in Augenschein.

„Diejenigen, die das höchste Erkrankungs-Risiko hatten, waren älter als 50 Jahre, litten gerade an einer Bluterkrankung oder an einer rheumatischen Erkrankung und wurden mit einer Chemotherapie oder Kortison behandelt“, zitiert sie das Fachportal Naturheilkunde & Naturheilverfahren. Unklar sei allerdings nach wie vor der Mechanismus, der zu jenen schweren Krankheitsbildern führt. Gleiches gelte für die Wirkung der Bakterien auf einen gesunden Körper.

Unter Medizinern ist die neue Krankheit im Augenblick noch nicht sehr bekannt. Aufgrund der damit einhergehenden Fehldiagnosen und einer ohnehin schweren Diagnostizierbarkeit könnte die tatsächliche Erkrankungsrate also wesentlich höher liegen. Denn eine Nachzüchtung des Bakteriums im Labor ist nicht möglich. Erst ein gentechnisches Verfahren bringt den Nachweis.

Die Behandlung gestaltet sich nach Erkenntnissen der Wissenschaftler hingegen relativ simpel. Durch die Einnahme des Antibiotikums Doxycyclin konnten die Symptome vollständig beseitigt werden.

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