Fusion

Medtronic und Covidien planen Milliarden-Fusion

Die beiden Medizintechnik-Konzerne Medtronic und Covidien loteten einen Zusammenschluss im Volumen von 45 bis 50 Milliarden Dollar aus. Covidien hat seinen Sitz in Irland. Die Insel lockt seit den 60er-Jahren US-Konzerne mit günstigen Steuersätzen.

Beim Vertrieb von Medizintechnik will Medtronic in den USA mitmischen. (Foto: Flickr/wirdienendeutschland)

Beim Vertrieb von Medizintechnik will Medtronic in den USA mitmischen. (Foto: Flickr/wirdienendeutschland)

Medtronic schnappt sich mit einer Milliardenübernahme in Irland den Marktführer Johnson & Johnson. Für 42,9 Milliarden Dollar übernimmt Medtronic die Firma Covidien, teilte Medtronic mit. Nach der Megafusion soll der Konzern seinen Hauptsitz ebenfalls in Irland haben. Steuervorteile haben diese Entscheidung maßgeblich beeinflusst. Der Hauptgrund liegt aber in den chirurgischen Instrumenten, die der Hersteller von Herzschrittmachern, Herzklappen und Insulinpumpen anbietet.

„Der wahre Zweck ist schließlich strategisch, sowohl mittel- als auch langfristig“, sagte Medtronic-Chef Omar Ishrak einem Bericht von Reuters zufolge. „Es ist gut für die USA, dass wir weitere Fusionen in US-Technologien tätigen, was wir vorher nicht tun konnten“. Die Unternehmenssteuer, die derzeit bei rund 18 Prozent liege, werde sich kaum verändern.

Medtronic und Covidien gewinnen an Größe und wollen in den USA im Ringen um Aufträge der Krankenhäuser mitmischen. Denn dort drücken die Gesundheitsreform und sinkende Erstattungsbeträge der Krankenkassen auf die Preise für Medizingeräte. Viele Überschneidungen gibt es zwischen Medtronic und Covidien nach Einschätzung von Analysten nicht. Die Übernahme sei sinnvoll, weil der Konzern in viele neue Bereiche vordringe, sagte Raj Denhoy, Analyst der Bank Jefferies über die Medtronic-Pläne.

Medtronic mit Sitz in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota erzielte im Geschäftsjahr 2013/14 (bis 26. April) einen Umsatz von 17 Milliarden Dollar. Der 1949 gegründete Konzern hat weltweit rund 46.000 Beschäftigte. Die Deutschland-Tochter sitzt in Meerbusch bei Düsseldorf – und 750 Beschäftigte arbeiten dort in Verwaltung und Vertrieb. Dazu kommt eine Produktion im bayrischen Deggendorf mit 110 Mitarbeitern, wo Implantate für Wirbelsäulen gefertigt werden.

Bei Covidien liegt der Umsatz lag 2013 bei rund zehn Milliarden Dollar. Das Unternehmen hat weltweit nach eigenen Angaben 38.000 Beschäftigte. Die Deutschlandzentrale liegt im bayerischen Neustadt an der Donau. Insgesamt hat Covidien hierzulande 850 Beschäftigte. Dort hat Covidien auch eine Produktion.

Gemäß Übernahmeplan ist jede Covidien-Aktie mit 93,22 Dollar angesetzt. Für Covidien-Aktionäre gibt es 35,19 Dollar in bar plus 0,956 Medtronic-Aktien je Covidien-Papier. Das ist ein Aufschlag von knapp einem Drittel auf die Covidien-Aktie. Der Zukauf soll zum Ende des laufenden Jahres abgeschlossen sein.

 

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