Innovation

Neue App modernisiert Medizinstudium

Medizinstudierende können mittels Smartphone durch den menschlichen Körper reisen. Mobile Learning wird für angehende Ärzte immer wichtiger. Eine neue App ermöglicht Visualisierungen vom mikroskopischen Aufbau des Herzens, der Niere oder der Schilddrüse.

Um den Kursus Mikroskopische Anatomie zu bestehen, müssen angehende Mediziner unzählige Präparate zuverlässig erkennen und beschreiben können. Deshalb verbringen die Medizinstudenten – an der Universität Ulm zumeist im zweiten Semester – viele Stunden über dicken Atlanten und im Mikroskopiersaal. Jetzt können sie den „Kurskasten“, der die wichtigsten Gewebeschnitte enthält, auf dem Smartphone studieren – zuhause, im Bus oder im Schwimmbad. Die neue Web-App „MyMi.mobile“ der Universität Ulm macht es möglich.

Der Atlas für die Hosentasche: Mikroskopische Anatomie zum Nachschlagen erleichtert angehenden Medizinern das Studium. (Foto: Barbara Eichner/Uni Ulm)

Der Atlas für die Hosentasche: Mikroskopische Anatomie zum Nachschlagen erleichtert angehenden Medizinern das Studium. (Foto: Barbara Eichner/Uni Ulm)

„Der Kurs Mikroskopische Anatomie gilt als komplex und lernintensiv. Das Verständnis vom mikroskopischen Aufbau des menschlichen Körpers – wie also Struktur und Funktion miteinander zusammenhängen – ist jedoch wichtig für das weitere Medizinstudium und für den späteren Arztberuf“, erklärt Institutsdirektor Stefan Britsch. Die neue App mache das Studium zeitgemäßer und flexibler, sie komme Studierenden entgegen, die zunehmend mit Computern, Mobiltelefonen und dem Internet aufgewachsen seien.

Die Anwendung wurde vom Ulmer Institut für Molekulare und Zelluläre Anatomie sowie dem Kompetenzzentrum für eLearning in der Medizin Baden-Württemberg entwickelt. Sie erweitert die Online-Lernplattform „MyMICROscope“, die bereits mit dem Lehrpreis der Universität Ulm ausgezeichnet wurde und fester Bestandteil des hiesigen Medizinstudiums ist.

Nutzer können ein Präparat, zum Beispiel einen histologischen Schnitt durch den Herzmuskel, auswählen und von der Gesamtansicht ausgehend bis in kleinste Details hineinzoomen. Alle wichtigen Strukturen sind darüber hinaus mit Informationstexten verknüpft.

„Die Bilder aus dem Kurskasten müssen sich schnell auf dem Smartphone öffnen und heranzoomen lassen, ohne ,pixelig‘ zu werden. Nur so können die Studierenden sinnvoll durch die Präparate navigieren. Die Umsetzung ist nicht zuletzt dank starker IT-Partner gelungen“, berichtet Barbara Eichner, Mitarbeiterin im Studiendekanat der Medizinischen Fakultät und im Kompetenzzentrum eLearning in der Medizin Baden-Württemberg.

Mit MyMi.mobile können nicht nur Studierende zu jeder Zeit und an jedem Ort virtuell mikroskopieren. Viele Inhalte sind auch für Interessierte ohne Studentenausweis zugänglich.

„Ich denke, ,Mobile Learning‘ wird für die nächste Generation an Studierenden immer wichtiger und die Medizinische Fakultät der Universität Ulm trägt diesem Umstand hiermit in bester Weise Rechnung“, sagt Tobias Böckers, Studiendekan Medizin an der Uni Ulm.

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