Gesundheit

Magnesium hilft bei der Bewältigung von Stress

Das lebenswichtige Mineral Magnesium wirkt auf bestimmte Prozesse im Gehirn. Bei erhöhtem Stresslevel dämpft es die Botenstoffe der Hypophysen-Nebennieren-Achse und wirkt beruhigend. Auch gegen Unruhezustände, Reizbarkeit und Konzentrationsschwäche kann Magnesium helfen.

Magnesium schützt Herz und Hirn. (Foto: Flickr/fdecomite)

Magnesium schützt Herz und Hirn. (Foto: Flickr/fdecomite)

Magnesium-Mangel verbinden die meisten Menschen vor allem mit Wadenkrämpfen. Doch häufig unterschätzt wird, dass eine Unterversorgung mit dem lebenswichtigen Mineralstoff oftmals auch psychische Probleme verursachen kann, wie Unruhezustände, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, rasche Erschöpfbarkeit und Schlafstörungen bis hin zu Depressionen. Darauf weist die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. (GfB) hin. Daher sollte nach Meinung der Wissenschaftler auch bei diesen Beschwerden, die häufig mit Stress-Überlastung und Burnout in Verbindung gebracht werden, an einen möglichen Magnesium-Mangel gedacht werden.

„Seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts ist die Stress-abschirmende Wirkung des Magnesiums bekannt“, berichtet der Vorsitzende der GfB, Prof. Hans-Georg Classen. Sie resultiere aus einer Dämpfung der so genannten Hypophysen-Nebennieren-Achse. Dieses komplexe Hormonsystem aus Botenstoffen des Gehirns und der Nebennierenrinde ist unter Stress-Einfluss überaktiviert. Auf Dauer kann das vielfältige negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben und unter anderem auch Schlafstörungen und Depressionen fördern.

„Großes Interesse erregte in der Wissenschaft die Erkenntnis, dass Magnesium auf natürliche Weise ähnliche Wirkungen auf das zentrale Nervensystem haben kann wie einige Arzneimittel, die in der Psychiatrie zur Behandlung von Depressionen oder in der Anästhesie verwendet werden“, so Classen. Folglich werde der Mineralstoff zunehmend bei Ein- und Durchschlafstörungen und als ergänzende Medikation bei Depressionen eingesetzt, insbesondere bei nachgewiesenem Magnesium-Mangel. Das sei z.B. gerade für Menschen mit Diabetes relevant, die deutlich häufiger unter Depressionen und unter einem Magnesium-Mangel leiden als Nicht-Diabetiker. Verschiedene Studien konnten bereits einen Zusammenhang zwischen der depressiven Stimmung und der Magnesium-Konzentration im Blut der Patienten nachweisen.

Niedrige Magnesium-Spiegel sind nicht selten: „Bis zu 14 Prozent der Gesamt-Bevölkerung sind betroffen“, erklärt Prof. Classen. Noch deutlich häufiger sei eine Unterversorgung bei Senioren nach Einnahme von Diuretika (Entwässerungs-Tabletten) und bei Diabetikern. Auch chronischer Stress fördert Verluste an dem Mineralstoff und kann so in einen Teufelskreis führen, in dem sich Magnesium-Mangel und erhöhte Stressanfälligkeit gegenseitig verstärken. Diese Risikogruppen könnten insbesondere von einer Magnesium-Ergänzung profitieren, so die GfB in einer Mitteilung.

Das Magnesium-Salz der Orotsäure hat besondere Eigenschaften. Orotsäure ist eine vitaminähnliche Substanz, die natürlicherweise in der Milch (Molke = oros) vorkommt. Experimentell konnte gezeigt werden, dass Orotsäure nicht nur herzschützende Eigenschaften, sondern auch günstige Wirkungen auf Reparaturvorgänge im Gehirn besitzt und die Wirkung des Magnesiums unterstützt. Aufgrund dieser Zusammenhänge empfiehlt die GfB das Magnesiumorotat auch bei Stress-Überlastung, Depressionen und Schlafstörungen als ergänzende Maßnahme. Zusätzlich sei natürlich immer auf eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen, vitalstoffreichen Ernährung zu achten. Zu den magnesiumreichen Lebensmitteln zählen Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse. Auch regelmäßige Bewegung wirke entspannend sowie positiv auf die Psyche.

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