Wirtschaft

Personalvermittler muss in Sachsen Notdienst organisieren

Der Ärztemangel in ländlichen Regionen fordert nun Personaldienstleister auf den Plan. Im sächsischen Vogtland finden sich nicht genügend Klinikärzte, die einen Notdienst leisten können oder wollen. Die Personaldecke der Kliniken ist zu dünn. Zudem verdienen Ärzte am Notdienst nicht viel.

In Sachsen gibt es nicht genügend Ärzte, die dazu bereit sind, Notdienste zu leisten. Die Klinikärzte haben zudem kaum Anreiz, da Notdienste pro Einsatz bezahlt werden. In ländlichen Regionen kann es sein, dass auf einen Notdienst nur zwei Einsätze kommen. Der Rettungsdienst Vogtland will daher einen Personalvermittler einschalten, um mehr Ärzte in die Region zu locken.

„Es ist ein Versuch, wir wissen noch nicht, ob er funktionieren wird“, sagte Bernd Krämer, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes Vogtland auf Anfrage der Ärztezeitung. Die Teilnahme an 24-Stunden-Notarztdiensten ist in Sachsen freiwillig, der Sicherstellungsauftrag liegt bei den Kassen. Diese können den Auftrag in manchen Regionen aber nicht mehr erfüllen. Die Arbeitsgemeinschaft Notärztliche Versorgung arbeitet mit den Krankenkassen schon länger an dem Problem, eine Lösung liegt aber noch in weiter Ferne.

Derzeit können die Ausfälle bei den Notdiensten noch mit dem Einzug von Ärzten aus umliegenden Kreisen kompensiert werden. Doch die Entwicklung ist dramatisch und der Rückgriff auf einen Personaldienstleister im sächsischen Vogtland soll nur eine Übergangslösung sein.

Der Mangel an Klinikärzten für einen Notdienst ist nur eine Seite des Ärztemangels in ländlichen Regionen. Die Koalition überlegt, Kliniken in unterversorgten Regionen für die ambulante Versorgung zu öffnen, wenn diese das wollen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) lehnt eine Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung in unterversorgten Regionen dem Ärzteblatt zufolge ab. Denn zum einen bestehe schon heute die Möglichkeit, Krankenhäuser bedarfsorientiert zu ermächtigen. Zum anderen fehlten Krankenhäusern in strukturschwachen Regionen ebenfalls Ärzte der Grundversorgung. Die Regelung würde sich kontraproduktiv auf die Niederlassungswilligkeit von Ärzten in unterversorgten Regionen auswirken.

Ein Innovationsfonds zur Förderung sektorenübergreifender Versorgungsformen biete indes die Chance, sektorenübergreifende Versorgung durch neue Modellprojekte zu verbessern, wenn es nach dem Verband der Ersatzkassen (vdek) geht. Allerdings sollen die Kliniken auf ökonomische Einzelinteressen verzichten, fordert vdek-Chef Christian Zahn. Vielmehr fordern die Krankenkassen eine Beteiligung an den Entscheidungen über die Verwendung eines solchen Fonds.

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