Wirtschaft

Innovations-Fonds: Unternehmen müssen schnell sein

Innovationen im Gesundheitsbereich werden vom Bund gefördert. Doch die Art der Vergabe der Mittel steht noch nicht fest. Doch eins ist sicher: Unternehmen müssen schnell sein, wenn sie ihre Informationen vom Bund fördern lassen wollen.

Unternehmen, die Innovationen im Bereich Medizintechnik vorweisen können, erhalten Mittel aus dem Innovations-Fonds. (Foto: Flickr/MedicaTradeFair)

Unternehmen, die Innovationen im Bereich Medizintechnik vorweisen können, erhalten Mittel aus dem Innovations-Fonds. (Foto: Flickr/MedicaTradeFair)

Über 300 Millionen Euro stehen Unternehmen zur Förderung von Innovationen im Gesundheitswesen durch den neuen Innovationsfonds zur Verfügung. Über die gesamte Legislaturperiode sind es sogar 1,2 Milliarden Euro, die an innovative Unternehmen vergeben werden können. Der Betrag wird je zur Hälfte aus dem Gesundheitsfonds und direkt von den Kassen bereitgestellt. 225 Millionen pro Jahr fließen in neue Versorgungsformen. 75 Millionen werden für die Versorgungsforschung verwendet.

Die Kriterien für das Vergabeverfahren der Finanzmittel sind noch nicht bekannt. Doch die Akteure im Gesundheitswesen sollten sich darauf einstellen, dass die ersten Anträge zuerst bearbeitet werden. „So ein Förderprogramm hat es noch nie gegeben“, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker auf einem Forum der Krankenkasse in Deggendorf.

„Ich weiß nicht, ob das nach dem Windhundprinzip laufen wird“, räumte Schlenker ein. Aber die Erfahrung zeige, dass Geschwindigkeit in solchen Fällen alles ist. Er spricht sich bei der Vergabe für ein Assessment-Verfahren aus. Zunächst müssen belastbare Kriterien für die der Versorgung dienlichen Innovationen aufgestellt werden.

Eine Aufteilung nach der Größe der Bundesländer wäre nach seiner Ansicht wenig sinnvoll. „Dann kassiert Nordrhein-Westfalen fast alles ab.“ Besser wäre ein Assessment-Verfahren mit belastbaren Kriterien für Innovationen, die unmittelbar der Versorgung dienen, meinte Schlenker.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hatte zuvor gesagt, die Länder sollten bei der Verwendung des Geldes ein Mitspracherecht bekommen, weil nur so die regionalen Unterschiede und die Bedürfnisse vor Ort angemessen berücksichtigt werden können, berichtet die Ärztezeitung.

Die Krankenkassen werden die Kosten für das Innovationsprogramm wahrscheinlich mit der Anhebung ihres Beitragssatzes ausgleichen, vermutet Schlenker. Spätestens 2016 würden sich die Betragssätze „in Richtung 16 Prozent“ entwickeln.

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