Wirtschaft

Gesundheitsmanagement bleibt oft Lippenbekenntnis in Unternehmen

Personalmanager vernachlässigen oft das Gesundheitsmanagement des Unternehmens. Dabei sorgen gesunde Mitarbeiter für eine hohe Produktivität. Eine Kultur der Anerkennung ist dabei ebenso wichtig, wie Weiterbildungsangebote und ein funktionierendes zusammenarbeiten der Abteilungen.

Gesunde Mitarbeiter sind ein Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg. (Foto: Flickr/Dennis Skley)

Gesunde Mitarbeiter sind ein Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg. (Foto: Flickr/Dennis Skley)

Betriebliche Programme zur Gesundheitsförderung sind wichtig, werden aber im Unternehmen selten gelebt oder angeboten. Nur in knapp jedem zweiten Unternehmen ist das Gesundheitsmanagement eine übergeordnete Führungsaufgabe und damit in die Unternehmensstrategie integriert. Dabei wissen 83 Prozent der HR-Verantwortlichen, dass Gesundheitsmanagement eine Top-Führungsaufgabe sein sollte.

Zumal Unternehmen, die eine gesundheitliche Förderung ernst nehmen, durch niedrigere Fehlzeiten wirtschaftliche Vorteile haben. Das sind Ergebnisse der Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“ der Personalberatung Rochus Mummert. Dazu wurden Personal-Führungskräfte aus dem gehobenen deutschen Mittelstand sowie von Geschäftsbereichen international tätiger Konzerne befragt.

„Mehr als die Hälfte der von uns befragten Unternehmen hat bei der betrieblichen Gesundheitsförderung noch einen Flickenteppich an Einzelmaßnahmen“, sagt Hans Schlipat, Studienleiter und Managing Partner der Rochus-Mummert-Gruppe. „Konkret sind das etwa Programme zur gesunden Ernährung während der Arbeitszeit, Überstundenbegrenzung durch Ampelsysteme oder Entspannungsangebote wie etwa Yoga-Kurse. Allerdings: Nur im Rahmen einer ganzheitlichen Unternehmensstrategie mit gelebten Leitbildern entfalten solche Angebote wirklich einen wirtschaftlichen Nutzen.“

Dabei liegt die betriebliche Gesundheit im Interesse der Unternehmen. Indikatoren wie Mitarbeiterzufriedenheit, Meeting-Effizienz und Fluktuation schlagen sich direkt wirtschaftlich nieder – Mängel in der Führungs- und Leistungskultur führen zu einem Anstieg psychologisch bedingter Fehlzeiten (mehr hier).

Die Studie zeigt, dass Unternehmen mit hohen psychologisch bedingten Fehlzeiten vor allem an den folgenden Stellschrauben drehen sollten: Aufgaben werden koordiniert und Probleme kollegial gelöst, Abteilungen arbeiten gut miteinander, Mitarbeiter können lernen und sich entwickeln und es herrscht eine Kultur der Anerkennung.

„HR-Manager sind am besten über diese wesentlichen Zusammenhänge informiert“, so Schlipat. „Sie sind aufgerufen, gemeinsam mit der Geschäftsführung negativen Entwicklungen rasch entgegenzusteuern. Dazu brauchen Unternehmen eine Kultur mit offener Kommunikation, gegenseitiger Wertschätzung und Mitarbeiter-Partizipation. Die HR-Manager von morgen sind dabei wichtige Partner der Geschäftsleitung und Ratgeber bei allen Fragen zu Führungsstil und Führungsverhalten.“

Die Studie betrachtet die Einflüsse des HR-Managements auf die personalwirtschaftlichen Vorsteuergrößen systematisch. Das zusammen mit Michael Martin von der Hochschule Rhein Main entwickelte Modell umfasst dabei reine Performance-Werte genauso wie Analysen zur Führungs- und Leistungskultur. Die Studie basiert auf den Ergebnissen des ständig wachsenden HR-Panels von rund 70 HR-Führungskräften aus meist größeren mittelständischen Unternehmen.

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