Medizintechnik

Teure Medizintechnik verlangt nach alternativer Finanzierung

Der Kostendruck im Gesundheitssystem verlangt nach intelligenten Finanzierungsmöglichkeiten für Ärzte und Kliniken. Die Individualisierung der medizinischen Gerätedurch eingebettete Softwaresysteme ist teuer. Hinzu kommen Anschaffungskosten, Betriebskosten, Wartungen und Ugrades.

Medizintechnik muss finanziert und aktualisiert werden. (Foto: Flickr/ digital cat)

Medizintechnik muss finanziert und aktualisiert werden. (Foto: Flickr/ digital cat)

Akteure im Gesundheitswesen müssen die Anschaffungskosten für Medizintechnik oft mit Finanzierungslösungen schultern. Alternative Finanzierungsmodelle gewinnen weltweit stärker an Bedeutung. In einer Umfrage der Einheit Financial Services von Siemens (SFS) wurden 40 der weltweit größten Medizingerätehersteller zur ihren Finanzprodukten befragt.

Knapp 70 Prozent bestätigen, dass de Nachfrage der Kunden nach Anlagenfinanzierungen in den vergangenen zwei Jahren gestiegen ist. Der Anteil alternativer Finanzmodelle steige jährlich um knapp 7 Prozent.

Zwei Drittel der Befragten Hersteller geben zudem an, dass ihre Kunden Kapitalengpässe spürten. Für 57 Prozent steige die Nachfrage nach maßgeschneiderten Finanzierungslösungen. So macht es für Kunden zum Beispiel Sinn, die Gesamtbetriebskosten neuer Anlagen und Geräte stärker in die Investition einzurechnen.

Das lässt sich auch auf die Finanzierungsleistung übertragen. Kosten für die Inbetriebnahme, anfallende Wartungen oder Upgrades von Medizintechnik könnten in das Finanzierungsmodell eingerechnet werden.

„Weltweit unterliegt das Gesundheitswesen zunehmend finanziellem Druck“, sagt Kai-Otto Landwehr, Leiter des CommercialFinance-Geschäfts von SFS in Deutschland der Ärztezeitung. „Knappe Budgets sollten sich jedoch nicht negativ auf eine optimale medizinische Versorgung auswirken, die langfristig nur durch Investitionen in moderne Technologien gewährleistet werden kann. Dabei sind individuelle Finanzierungslösungen gefragt“, so Landwehr

Ein neuer Trend sei die Nutzung von Medizintechnik durch Pay-Per-Use. Anstatt medizinische Ausrüstung zu kaufen, bevorzugten Ärzte oder Kliniken die Zahlung einzelner Beträge für jede Nutzung. Das erleichtere eine übersichtlichere Kalkulation und eine effiziente Verwaltung der anfallenden Behandlungskosten.

Maßgeschneiderte Lösungen im Softwarebereich sind ebenso wichtig wie moderne Finanzierungsinstrumente. Der globale Markt für Embedded Computer Technologie in der Medizintechnik weist weiterhin zweistellige Wachstumsraten auf. Die Wachstumstreiber sind dabei insbesondere die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen der Industriestaaten sowie die bessere Gesundheitsversorgung in ländlichen Gebieten.

Das Unternehmen Kontron AG reagiert auf die weltweite Nachfrage von Herstellern aus diesem Bereich. Kontron plant ein Kompetenzzentrum für Medizintechnik auf seinem neuen Technologiecampus in Augsburg zu errichten. Die Hersteller „wollen die Zeit von der Produktentwicklung bis zur Platzierung im Markt durch noch schnellere Innovationen verkürzen“, sagt Marcel van Helten, Executive Vice President für den Geschäftsbereich Industrial. Herausforderungen durch neue Regulierungsvorschriften, Themen wie Anwenderfreundlichkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit aber auch Marktveränderungen durch das ,Internet der Dinge‘ sind bei den Herstellern gefragt.

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