Wirtschaft

Mehr Entscheidungs-Kompetenz im Job bekämpft Diabetes-Risiko

Wer eine hohe Arbeitsbelastung aushalten muss, braucht auch Entscheidungskompetenzen, die seinen Bereich betreffen. Ansonsten besteht ein um 45 Prozent erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken. Bei Arbeitnehmern, die über ausreichend Handlungs- und Entscheidungsspielräume verfügen, besteht dieses Risiko indes nicht.

Stress am Arbeitsplatz kann Diabetes auslösen. Aber es gibt Wege, dieses Risiko zu umgehen. (Foto: Flickr/bottled_void)

Stress am Arbeitsplatz kann Diabetes auslösen. Aber es gibt Wege, dieses Risiko zu umgehen. (Foto: Flickr/bottled_void)

Eine hohe Belastung im Job kann das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, deutlich erhöhen. Aber nur dann, wenn Arbeitnehmer keine Kontrolle über den Arbeitsablauf haben. Das ergab die Auswertung bevölkerungsbasierter Studiendaten durch Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift‚ Psychosomatic Medicine‘ veröffentlicht.

Stress am Arbeitsplatz kann vielfältige negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Eine in der Folge entstehende systemische Entzündungsreaktion im Körper sowie ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen konnten bereits nachgewiesen werden.

Wie das Wissenschaftlerteam um Cornelia Huth und Karl-Heinz Ladwig nun herausfand, haben Personen mit einer hohen Arbeitsbelastung und gleichzeitig niedriger Kontrolle über die verrichteten Tätigkeiten ein etwa 45 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes als Personen mit geringer Belastung am Arbeitsplatz.

Zu Studienbeginn lag bei keinem der Teilnehmer ein Diabetes vor, während im  Nachbeobachtungszeitraum über durchschnittlich 13 Jahre bei knapp 300 Personen Typ-2-Diabetes diagnostiziert wurde. Die ermittelte Risikoerhöhung durch die Arbeitsbelastung war unabhängig von klassischen Risikofaktoren für Diabetes, wie z.B. Übergewicht, Alter oder Geschlecht. Die Wissenschaftler werteten die Daten von über 5.300 berufstätigen Teilnehmern zwischen 29 und 66 Jahren der bevölkerungsbasierten Kohortenstudie MONICA/KORA aus.

„Nach unseren Daten ist rund jeder fünfte Arbeitnehmer von einer hohen psychischen Arbeitsbelastung betroffen. Die Wissenschaft meint hier nicht den „normalen Jobstress“, sondern die Situation, wenn Betroffene die Arbeitsanforderungen als sehr hoch einschätzen und gleichzeitig über geringe Handlungs- und Entscheidungsspielräume verfügen. Diese beiden Dimensionen haben wir in unseren Befragungen ausführlich erfasst“, erklärt Studienleiter Ladwig. „Angesichts der massiven gesundheitlichen Folgen von stressassoziierten Erkrankungen sollten präventive Maßnahmen gegen Volkskrankheiten wie Diabetes daher auch an diesem Punkt ansetzen.“

Umweltfaktoren und Lebensstil tragen wesentlich zu der Entstehung weit verbreiteter Erkrankungen in Deutschland, wie Diabetes mellitus, bei.

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