Wirtschaft

Firmen konkurrieren mit neuen Pflegekonzepten um Fördergelder

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen nimmt das Konzept „AltenPflege 5.0“ in ein Modellprogramm auf, das die häusliche Pflege weiter entwickeln soll. Das Konzept verbindet seniorengerechtes Wohnen mit Tagesbetreuung und ambulanter Pflege. Insgesamt stehen zur Förderung innovativer Pflegekonzepte 10 Millionen Euro zur Verfügung.

Senioren wollen so lange wie möglich selbstbestimmt leben. Moderne Pflegekonzepte in den eigenen vier Wänden können zudem Kosten sparen. (Foto: Flickr/Thomas Raich)

Senioren wollen so lange wie möglich selbstbestimmt leben. Moderne Pflegekonzepte in den eigenen vier Wänden können zudem Kosten sparen. (Foto: Flickr/Thomas Raich)

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) wählte das Konzept „AltenPflege 5.0“ der Firma SeniVita aus über 200 Bewerbern und Projekten für ein Modellprogramm zur Weiterentwicklung neuer Wohnformen aus. Hintergrund ist das gesetzlich verankerte Förderprogramm zur Weiterentwicklung neuer Wohnformen, mit dessen Umsetzung der GKV-Spitzenverband beauftragt ist. Das Förderprogramm hat ein Volumen von 10 Millionen Euro.

Mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) vom 1.Januar 2013 wurden neue Möglichkeiten zur wissenschaftlich gestützten Weiterentwicklung und Förderung neuer Wohnformen geschaffen. Dabei sind insbesondere solche Konzepte einzubeziehen, die es alternativ zu stationären Einrichtungen ermöglichen, außerhalb der vollstationären Betreuung bewohnerorientiert individuelle Versorgung anzubieten, heißt es dazu im Gesetzestext.

Das neue Konzept besteht aus drei Bausteinen, die individuell miteinander kombiniert werden: Seniorengerechtes Wohnen in der eigenen Mietwohnung sowie Tagesbetreuung und ambulante Pflege unter einem Dach. Es bietet pflegebedürftigen Menschen ein Plus an Wohnkomfort, Privatheit und Selbstbestimmung. „AltenPflege 5.0“ beinhaltet die Möglichkeit einer Rundumversorgung und ist auch für Schwerstpflegebedürftige und Menschen mit Demenz geeignet.

Mit der geplanten Pflegereform wird dieses Modell gegenüber der bisherigen Praxis weiter gestärkt. Durch die verbesserte Finanzierung von ambulanten und teilstationären Pflegeleistungen bietet das neue Konzept nicht nur Qualitätsvorteile, sondern auch Preisvorteile für den Pflegekunden.

Das Programm wird bereits in den Einrichtungen in Baiersdorf, Gräfenberg, Hummeltal, Pottenstein, Waischenfeld, Gefrees, Pegnitz, Hirschaid-Sassanfahrt und im ACASA Seniorenhaus Altendorf (alle Oberfranken) sowie im oberbayrischen Gernlinden angeboten.

Interessierte Projektträger hatten ab Dezember 2013 die Möglichkeit, ihre Konzepte einzureichen und Förderanträge zu stellen. Kriterien dafür waren unter anderem das Innovationspotenzial der Konzepte, ihre Übertragbarkeit auf vergleichbare Nutzer und Settings sowie ihre Nachhaltigkeit, also die Weiterführung nach der Modellförderung. Das Programm von SeniVita erfüllt diese Kriterien und wird Teil des Förderprogramms, für das insgesamt 10 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

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