Finanzen

Hebammen erhalten Ausgleich für Haftpflichtprämien

Als Kompensation für die gestiegenen Berufshaftpflichtprämien erhalten Hebammen finanziellen Ausgleich in Form von Zuschüssen. Die Krankenkassen zahlen insgesamt 3,2 Millionen Euro. Für eine Hausgeburt erhält eine Hebamme neben den rund 707 Euro einen Zuschlag von 132 Euro. So sollen Hebammen unterstützt werden, die nur wenige Geburten betreuen.

Eine Beleghebamme im Krankenhaus im Schichtdienst erhält 8,81 Euro je Geburt als Zulage.  (Foto: Flickr/ george ruiz)

Eine Beleghebamme im Krankenhaus im Schichtdienst erhält 8,81 Euro je Geburt als Zulage. (Foto: Flickr/ george ruiz)

Seit einer Woche ist der zwischen dem GKV-Spitzenverband und den maßgeblichen Hebammenverbänden vereinbarte Ausgleich der gestiegenen privaten Berufshaftpflichtprämien in Kraft. Mit der gefundenen Lösung wurden die jüngsten Vorgaben des Gesetzgebers erfüllt, jene Hebammen besonders zu unterstützen, die wenige Geburten betreuen. Insgesamt stellt die gesetzliche Krankenversicherung 2,6 Millionen Euro für den Haftpflichtausgleich der Hebammen mit Geburtshilfe zur Verfügung. Die Vereinbarung für die freiberuflichen Hebammen mit Geburtshilfe gilt rückwirkend ab dem 1. Juli 2014 und bis zum 30. Juni 2015.

Bereits im Mai hatten sich der GKV-Spitzenverband mit dem Deutschen Hebammenverband (DHV) und dem Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) auf einen Ausgleich der gestiegenen Prämien bei den freiberuflichen Hebammen ohne Geburtshilfe verständigt. Der Ausgleich, den die gesetzliche Krankenversicherung für die Steigerung beider Haftpflichtversicherungen übernimmt, beläuft sich damit insgesamt auf 3,2 Millionen Euro.

Wie in früheren Jahren auch werden die Kostensteigerungen der Berufshaftpflichtversicherung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie werden in diesem Jahr durch sogenannte Haftpflichtzulagen aufgefangen, die zusätzlich zu den relevanten Positionen für Geburtshilfe abgerechnet werden können. Das bedeutet beispielsweise, dass eine Hebamme für eine Hausgeburt am Tag neben den rund 707 Euro auch eine Zulage von 132 Euro erhält. Für eine Geburt in einer von Hebammen geleiteten Einrichtung, wie z. B. einem Geburtshaus, beträgt die Zulage 68 Euro je Geburt. Eine Beleghebamme im Krankenhaus im Schichtdienst erhält 8,81 Euro je Geburt als Zulage. Mit diesen gestaffelten Zulagen sollen vor allem Hebammen unterstützt werden, die vergleichsweise wenige Geburten betreuen.

Abgelöst werden sollen die jetzt vereinbarten Haftpflichtzulagen ab Mitte 2015 durch einen hebammenindividuellen Sicherstellungszuschlag. Er kann künftig von Hebammen, die wenige Geburten betreuen, beantragt werden. Ein solcher Zuschlag soll sich nach dem Willen des Gesetzgebers an individuellen Nachweisen der Hebamme orientieren. Neben der Anzahl der betreuten Geburten dürften hierbei auch Qualitätsfragen eine wichtige Rolle spielen.

Zugleich muss die einzelne Hebamme garantieren, dass sie die unterjährig mögliche Wechseloption in einen günstigen Haftpflichtversicherungstarif nutzt. Das heißt, die Hebamme soll nur dann versichert sein, wenn sie tatsächlich Geburten betreut. Details für diesen Sicherstellungszuschlag ab Mitte 2015 werden in den kommenden Monaten zwischen den Hebammenverbänden und dem GKV-Spitzenverband verhandelt.

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