Pharmawirtschaft

Anteil von Biopharmazeutika am Arzneimittelmarkt wächst

Der Umsatz gentechnisch hergestellte Medikamente wächst doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt der Pharmazeutika. Die maßgeschneiderten Medikamente sind erfolgreich gegen verschiedene Krebsarten, Rheuma, Diabetes und auch seltene Krankheiten.

Umsatz und Anteil von Biopharmazeutika am gesamten Pharmamarkt in Deutschland in Milliarden Euro. (Grafik: BCG/vfa bio)

Umsatz und Anteil von Biopharmazeutika am gesamten Pharmamarkt in Deutschland in Milliarden Euro. (Grafik: BCG/vfa bio)

Biopharmazeutika haben nicht zuletzt dank Erfolgen gegen häufige Krebsarten, rheumatische Erkrankungen und Diabetes auch eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte geschrieben. Doch sind diese gentechnisch hergestellten Medikamente auch bei der Behandlung mehrerer seltener Erkrankungen nicht mehr wegzudenken. Laufende Neuentwicklungen begründen Hoffnung für weitere Patienten, denen bisher kaum geholfen werden kann. Das zeigt der Branchenreport „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2014“, der in dieser Woche veröffentlicht wurde. Medizinische und ökonomische Aspekte von Medikamenten gegen seltene Erkrankungen bilden darin einen Schwerpunkt.

Die Boston Consulting Group (BCG) hat den Report für die Interessengruppe Biotechnologie im Verband der forschenden Pharma-Unternehmen erstellt (vfa bio). Dem Verband gehören derzeit 32 Unternehmen an. Als einziger erfasst dieser jährlich erscheinende Bericht alle Aktivitäten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland – in Startups wie in großen Firmen.

In seinem Wirtschaftsteil untersucht der Report, wie Biopharmazeutika (gentechnisch hergestellte Medikamente) 2013 ein Umsatzwachstum um +8,5 Prozent auf mehr als 6,5 Milliarden Euro erzielt haben. Damit übertrafen sie den Arzneimittel-Gesamtmarkt (+4,1 %) deutlich. Der weiter wachsende medizinische Bedarf, insbesondere in den Bereichen Immunkrankheiten und Onkologie, spielt dabei eine zentrale Rolle.

In Hinblick auf seltene Erkrankungen geht der Report über die Medikamente hinaus auch auf die besondere Situation betroffener Patienten ein, die oftmals nicht angemessen versorgt werden. Das kann seine Ursache in fehlenden Therapielösungen haben. In vielen anderen Fällen ist die Ursache aber auch, dass die Krankheit lange Zeit undiagnostiziert bleibt oder dass die Patienten nicht zu einem Arzt mit der spezifischen Erfahrung für ihre Erkrankungen gelangen. Damit sich das für immer mehr Patienten bessert, wurde 2013 der Nationale Aktionsplan für Menschen mit seltenen Erkrankungen verabschiedet.

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