Gesundheit

Kann Ebola mit Vitamin-C bekämpft werden?

Besonders in den USA greift derzeit die Panik wegen Ebola um sich. Ein Arzt, der anonym bleiben möchte, hat aber jetzt behauptet, dass das tödliche Virus einfach mit Vitamin C besiegt werden kann. Unterdessen werden bereits Amerikaner als Versuchspersonen von bisher ungetesteten Medikamenten genutzt. Die US-Gesundheitsbehörden suchen unterdessen weiter nach einem Impfstoff und haben am Mittwoch zunächst ein vom Militär entwickeltes Diagnose-Verfahren genehmigt.

Der Ebola-Virus in der Darstellung des CDC-Mikrobiologen Frederick A. Murphy. Die WHO hat am Freitag eingeräumt, dass sie die Kontrolle über die Seuche in Afrika verloren hat. (Foto: Flickr/NIAID)

Der Ebola-Virus in der Darstellung des CDC-Mikrobiologen Frederick A. Murphy. Die WHO hat am Freitag eingeräumt, dass sie die Kontrolle über die Seuche in Afrika verloren hat. (Foto: Flickr/NIAID)

Die US-Gesundheitsbehörden haben die Anwendung eines vom amerikanischen Militär entwickelten Diagnoseverfahrens für Ebola-Infektionen genehmigt. Der Test soll dabei helfen, die in Westafrika grassierende hochansteckende Seuche unter Kontrolle zu bringen. Der Ebola-Test wurde für den Einsatz im Ausland bei Militärs und Helfern zugelassen, teilte die Zulassungsbehörde FDA mit. Er soll bei Personen angewandt werden, die Ebola-Symptome zeigen oder der Gefahr einer Infektion ausgesetzt waren. Von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit kann es 21 Tage dauern.

Bislang gibt es keine Medikamente zur Behandlung der Krankheit. Führende Ebola-Experten forderten die WHO auf, noch nicht ausgetestete Impfstoffe und Medikamente zuzulassen, um eine weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern.

Doch es gibt auch alternative Ansätze. Der amerikanische Medizin-Journalist Jim Stone hat einen Artikel zur Ebola-Panik veröffentlicht. Darin beschäftigt er sich mit dem Text, den ihm ein Arzt gemailt hat.

Dieser behauptet, Ebola sei einfach mit großen Mengen an Vitamin C zu heilen. Eine gewagte These, die aber offenbar gar nicht so abwegig ist, urteilt der Journalist Jim Stone.

Ebola und Vitamin C haben nämlich eine ganz besondere Beziehung zueinander. Die ersten Anzeichen von Ebola sind ähnlich denen von Skorbut, also Vitamin C-Mangel. Aber Skorbut verläuft selten tödlich und dabei haben die Betroffenen immer noch viel mehr Vitamin C in ihrem Körper als bei Ebola. Denn das Virus vernichtet Vitamin C bzw. die Möglichkeit, dass der Körper diesen Stoff aufnehmen kann. Wenn kein Vitamin C mehr im Blut vorhanden ist, werden die Blutgefäße sehr schwach und verlieren Blut. Das führt wiederum zu massiven inneren Blutungen und hohem Blutverlust.

Das alles könne mit Vitamin C gestoppt werden, so der Arzt. Dazu seien allerdings extrem große Dosen notwendig, die solange verabreicht werden müssten, bis das Immunsystem das Virus getötet habe. Demnach müssten täglich 500.000 mg Vitamin C eingenommen werden, also 500 Gramm. Nur so erreiche das Maß an Vitamin C im Darm die notwendige Konzentration, damit es vom Körper aufgenommen werden könne.

Dr. Frederick Klenner hat dies bereits erfolgreich in den 1940er Jahren umgesetzt. Damals heilte er Patienten, die an einer viralen Pneumonie erkrankt waren allein durch hohe Dosen Vitamin C. Doch das ist noch nicht alles. Bis heute seien keine viralen Infektionen bekannt, die mit der richtigen Dosis Vitamin C nicht bekämpft werden können.

Vitamin C als geheime Wunderwaffe? Warum experimentieren dann Pharmaindustrie und die US-Zentrum für Krankheiten (CDC) mit neuen Heilmitteln? Vitamin C ist sicher günstiger als die Forschung und die neuen Medikamente. Vor allem, wenn noch nicht einmal klar ist, ob diese wirklich das Virus erfolgreich bekämpfen können.

Fakt ist auch, dass Vitamin C in der derart hohen Dosen wohl am einfachsten durch Spritzen verabreicht werden kann. Dann wäre es zumindest auch gleich in der Blutbahn und muss nicht erst noch durch den Darm. 500 Gramm Vitamin C selbständig einzunehmen, ist in der Tat eine gewisse Leistung. 100 Gramm Zitronen enthalten 53 mg. Um auf 500 Gramm Vitamin C zu kommen, braucht es demnach 943 kg Zitronen.

Für die entsprechende Behandlung müssen Ebola-Patienten also auf jeden Fall zum Arzt. Ob sie dann tatsächlich eine Chance haben mit Vitamin C versorgt zu werden, oder als Versuchsobjekte neue Pharmaka testen müssen, ist fraglich. Noch sind zumindest die behaupteten Heilmethoden weder von Vitamin C noch von ZMapp für Ebola bewiesen worden.

Kommentare

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  1. Der Ansatz, die von Ebola verbrauchten Vitamin-C-Reserven aufzufüllen ist sicher richtig.

    Allerdings dürfen Infusionen mit einem halben Pfund Vitamin C pro Tag mit dem Weiterleben kaum vereinbar sein.

  2. Ich pers.halte mehr von oraler Aufnahme von natürlichen Quellen,
    von z.B. Obst – insbes. Kiwi -. Ich selbst nehme über Tag und Nacht
    davon über 10 – natürlich in entspr. stundenmäßigen Abständen – Gesundheitszustand: Sehr gut. Vit. C wirkt auch
    auf sehr ! gut auf viele andere ges. Bereiche.

  3. warum nicht seitens der pharma in die richtung geforscht wird?
    ganz einfach… weil man damit kein geld verdienen kann!