Wirtschaft

Arbeitgeber müssen Müttern Stillpausen gewähren

Junge Mütter, die nach der Geburt ihres Babys ihre Arbeit wieder aufnehmen, dürfen regelmäßig Stillpausen einlegen. Das Mutterschutzgesetz erlaubt dies zwei Mal am Tag. Arbeitgeber müssen bei Bedarf die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.

Arbeiten und ein Baby stillen – das ist in Deutschland gesetzlich geregelt. „Das Mutterschutzgesetz schreibt vor, dass Frauen mindestens zweimal täglich eine halbe oder einmal täglich eine Stunde extra Zeit bekommen – zum Stillen oder zum Abpumpen“, erklärt Elien Rouw, Ärztin aus Bühl. Sie vertritt in der Nationalen Stillkommission die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen.

„Bitte nicht erst zwei Tage vor Arbeitsstart das erste Mal die Milchpumpe zur Hand nehmen“, rät Elien Rouw im Apothekenmagazin Baby und Familie. Sie rät, einen Vorrat anzulegen. Ebenfalls wichtig: Das Baby müsse rechtzeitig an die Person gewöhnt werden, die ihm dann das Fläschchen gibt.

In der Schweiz bekommen Mütter die Stillzeit als bezahlte Arbeit angerechnet: bei einer täglichen Arbeitszeit von bis zu 4 Stunden sind das mindestens 30 Minuten. bei mehr als 4 Stunden muss eine ganze Stunde bezahlt werden und bei mehr als sieben Stunden werden 90 Minuten bezahlt. Schwangere Frauen und stillende Mütter dürfen zudem nicht länger als neun Stunden am Tag arbeiten. Den Müttern steht ein geeigneter Raum fürs Stillen oder Abpumpen zu, der nicht die Toilette sein darf. Die meisten stillenden Frauen, die bereits wieder arbeiten, pumpen ab, weil es zu aufwendig ist, zum Kind zu fahren oder es zum Arbeitsplatz zu holen. Das Abpumpen sollte aber beim Wiedereinstieg in den Job schon beherrscht werden.

Schlechte Arbeitsbedingungen wirken sich über die Mutter auch auf das Kind aus und können sein Wohlbefinden und seine Gesundheit beeinträchtigen. Daher müsse die Arbeitsorganisation und die Strukturierung der Arbeitszeit auf diese besondere Situation eingestellt werden, heißt es in der Schweizer Arbeitsgenehmigungsverordnung dazu.

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