Therapie

Apfelbeeren verbessern Ergebnisse der Chemotherapie

Forscher untersuchen die Wirkung von Apfelbeeren auf Bauchspeicheldrüsenkrebs. In Kombination mit einer Chemotherapie führen die Beeren dazu, dass mehr Krebszellen absterben. Die Forscher arbeiten an neuen Therapien zur Behandlung.

Die Apfelbeeren (Aronia) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die nur drei Arten stammen ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika. (Foto: Flickr/ Chauncey Davis)

Die Apfelbeeren (Aronia) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die nur drei Arten stammen ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika. (Foto: Flickr/ Chauncey Davis)

Wildwachsende Beeren aus Nordamerika könnten einer Studie der University of Southampton und des King’s College Hospitals zufolge eine Rolle bei der Behandlung von Krebs spielen. Apfelbeeren tragen laut den Experten in Kombination mit den bereits eingesetzten Medikamenten dazu bei, dass mehr Krebszellen absterben.

Bis jetzt wurden jedoch nur im Labor Tests an Krebszellen durchgeführt. Experten wie Henry Scowcroft von Cancer Research UK betonen jedoch, dass die Wirksamkeit dieser Beeren erst näher erforscht werden muss. Das gelte vor allem für Studien mit Patienten. Die Forscher testeten den Beerenextrakt an Proben von Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Diese Krebsart ist schwer zu behandeln. Nach der Diagnose leben die Patienten durchschnittlich noch sechs Monate. Es zeigte sich, dass der Extrakt der Apfelbeeren in Kombination mit dem Medikament Gemcitabin dazu führte, dass mehr Krebszellen abstarben, als wenn nur das bei der Chemotherapie eingesetzte Medikament verwendet wurde. Bei normalen Körperzellen hatten die Apfelbeeren keine derartige Wirkung.

Die Wissenschaftler gehen im Journal of Clinical Pathology davon aus, dass die in den Beeren enthaltenen Polyphenole die Anzahl der Krebszellen verringern. Das Team führte in der Vergangenheit bereits eine ähnliche Studie mit Gehirnkrebszellen durch. Apfelbeeren wachsen im Osten Nordamerikas in Feuchtgebieten und Sümpfen.

Dem leitenden Wissenschaftler Bashar Al Waleed zufolge muss in weiteren Untersuchungen jedoch noch genauer erforscht werden, wie Chemotherapie und Beeren gemeinsam wirken. „Derzeit können wir nicht dazu raten, sich Präparate aus diesen Beeren zu kaufen. Wir stehen noch ganz am Anfang unserer Arbeit.“

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. In den Apfelbeeren sind die beiden anticancerogenen Stoffe Sulforaphan und Phosphinsäure enthalten.Sulforaphan ist in Weißkohl Brokkoli,Blumenkohl,Kapuzinerkresse,Meerrettich,Senf,Dornfelder Trauben, Linsen,Mistel u.a. enthalten.Phosphinsäure findet sich in Weißkohl,Kapuzinerkresse,Dornfelder Trauben,Mistel,Schwarzen Johannisbeeren,Löwenzahnwurzel,Rhabarberwurzel u.a.
    Wir brauchen keine amerikanischen Apfelbeeren.Man sollte endlich mal anfangen,die Rhabarberwurzel zu untersuchen.In ihr gibt es mehr als hundert anticancerogene Stoffe.So gibt es noch mehrere Pflanzen in Deutschland.