Wirtschaft

Bund unterstützt Pharma-Firmen bei millionenschwerer MS-Forschung

Die Pharmafirma Evotec erhält Finanzmittel vom Bund für drei Projekte zur Bekämpfung von Multipler Sklerose. Binnen drei Jahren sollen fünf Millionen Euro in die Entwicklung neuer Therapien und Medikamente gegen die chronisch-entzündliche, neurodegenerative Erkrankung eingesetzt werden.

Multiple Sklerose ist noch immer unheilbar. Verfügbare Medikamente können starke Nebenwirkungen haben. (Foto: Flickr/ Dominik Golenia)

Multiple Sklerose ist noch immer unheilbar. Verfügbare Medikamente können starke Nebenwirkungen haben. (Foto: Flickr/ Dominik Golenia)

Die Evotec AG gab heute den Beginn dreier neuer Forschungsprojekte im Bereich Multiple Sklerose (MS) bekannt, die von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt werden. Die jeweiligen wissenschaftlichen Ansätze wurden von dem Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) sowie dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) entwickelt.

Evotec wird ihre Wirkstoffforschungsplattform, ihre Projektmanagementkompetenzen sowie ihre Marktpräsenz einsetzen, um Wirkstoffkandidaten in diesen neuen Ansätzen zur Behandlung von MS zu identifizieren und diese anschließend zu vermarkten. Derzeitige MS-Behandlungsmöglichkeiten verfolgen überwiegend krankheitsmodifizierende Ansätze. Daher ist der Bedarf an spezifischeren oder gut differenzierten alternativen Behandlungsansätzen in der Branche sehr groß. Die drei Projekte haben eine Laufzeit von 1,5-3 Jahren und belaufen sich auf ca. 5 Millionen Euro.

Die MS ist eine chronisch-entzündliche, neurodegenerative Erkrankung, bei der die Markscheiden elektrisch isolierende äußere Schicht der Nervenfasern, Anm. d. Red.) im Gehirn und im zentralen Nervensystem angegriffen sind. Dies führt dazu, dass Teile des zentralen Nervensystems nicht mehr kommunizieren können, was wiederum zu einer Vielzahl von Anzeichen und Symptomen führt, darunter physische, mentale und manchmal auch psychiatrische Probleme. Das Auftreten von MS kann unterschiedliche Formen annehmen. So können neue Symptome entweder in isolierten Schüben (schubförmige MS) auftreten oder sich über Zeit aufbauen (progressive MS). Zwischen den Schüben können die Symptome gänzlich verschwinden. Jedoch treten häufig permanente neurologische Probleme auf, insbesondere im weiteren Krankheitsverlauf. MS wird üblicherweise basierend auf den sichtbaren Anzeichen und Symptomen sowie als Ergebnis von unterstützenden medizinischen Tests diagnostiziert.

MS ist derzeit noch unheilbar. Verfügbare Behandlungen zielen darauf ab, die Patienten nach den Schüben wieder zu mobilisieren und neue Schübe zu vermeiden. Die verfügbaren Medikamente zur Behandlung von MS sind zwar einigermaßen effektiv, können jedoch starke Nebenwirkungen haben und schlecht verträglich sein. Die Lebenserwartung von MS-Patienten ist um ca. 5-10 Jahre niedriger als die von einer gesunden Population.

Auch in diesem Jahr treffen sich Experten auf dem Strategiegipfel der Gesundheitswirtschaft: Die 19. Handelsblatt Jahrestagung Health 2014 am 28. und 29 Oktober in Berlin. Die Integration chronisch Kranker ist eine Herausforderung für das Gesundheitswesen. Die Deutsche Stiftung für chronisch Kranke hat festgestellt, dass in Deutschland mehr als ein Drittel der Bevölkerung an einer oder an mehreren chronischen Erkrankungen leiden. Sie prognostiziert auch, dass die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahren immer weiter zunehmen wird.

„Zur Förderung der beruflichen und sozialen Teilhabe chronisch Kranker brauchen wir wirkungsvolle Programme in den Betrieben und der Gesundheitsversorgung“, sagt Alexander Würfe, Sprecher der Geschäftsführung, AbbVie Deutschland. „Diese sorgen für eine produktive Eingliederung von chronisch und schwer Erkrankten in die Betriebsabläufe. Politik, Wirtschaft und Gesundheitssystem müssen dafür chronisch umdenken.“

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *