Arbeitsrecht

EU-Gericht stuft Übergewicht als Behinderung ein

Der Europäische Gerichtshof stuft Übergewicht als eine Behinderung ein. Es fällt somit in den Geltungsbereich der Brüsseler Anti-Diskriminierungs-Gesetze. Arbeitgeber müssen künftig darauf achten, dass sie nicht gegen die Rechte von Übergewichtigen verstoßen.

Niemand darf aufgrund seines Übergewichts am Arbeitsplatz diskriminiert werden. (Foto: Flickr/Tony Alter)

Niemand darf aufgrund seines Übergewichts am Arbeitsplatz diskriminiert werden. (Foto: Flickr/Tony Alter)

Nach Ansicht des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) stellt Übergewicht eine Behinderung dar, wenn es die Leistungsfähig im Job beeinträchtigt. Daher kommen entsprechende EU-Regulierungen zur Anwendung, die dem Arbeitgeber künftig eine Diskriminierung wegen Übergewicht verbieten könnten.

„Krankhaftes Übergewicht könnte in den Bedeutungsbereich einer ‚Behinderung‘ gehören, wenn es so stark ist, dass es die vollständige Teilnahme am Berufsleben und die Gleichwertigkeit mit anderen Angestellten behindert“, zitiert EUObserver den EuGH-Generalanwalt Niilo Jääskinen.

Der dänische Babysitter Karsten Kaltoft hatte am EuGH gegen seine Entlassung geklagt. Er habe seinen Job wegen seinem hohen Gewicht verloren. Das sei nicht fair, so der übergewichtige Däne. Er hatte 15 Jahre lang für eine Kommune gearbeitet und Kinder in seinem eigenen Haus betreut. Im Jahr 2010 wurde sein Vertrag nicht verlängert.

Einen Zusammenhang zu Kaltofts Übergewicht bestreitet dessen früherer Arbeitgeber. Doch Kaltoft, der offiziell als übergewichtig eingestuft ist, zog vor ein dänisches Gericht und forderte Entschädigung wegen Diskriminierung. Das dänische Gericht überwies den Fall auf die EU-Ebene. Der EuGH solle entscheiden, ob Übergewicht als Behinderung zu betrachten ist.

EuGH-Generalanwalt Jääskinen sagte, Übergewicht könne in den Bereich des EU-Arbeitsmarktrechts fallen, das die Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund von Behinderung verbietet. Dies gelte jedoch nur für „extremes, ernsthaftes oder krankhaftes Übergewicht“.

Der EuGH muss noch eine endgültige Entscheidung liefer

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