Sterbehilfe

Deutliche Mehrheit der Deutschen befürwortet aktive Sterbehilfe

Zwei Drittel der Bundesbürger sind für aktive Sterbehilfe, 60 Prozent für die Zulassung privater Organisationen in dem Bereich. Die Zustimmung zieht sich quer durch alle Bevölkerungsschichten, unabhängig von Geschlecht, Alter, Bildung oder Konfession.

Zurzeit wird ja viel über aktive Sterbehilfe diskutiert. Das bedeutet, dass man das Leben schwerkranker Menschen, die keine Chance mehr zum Überleben haben, auf deren eigenen Wunsch hin beendet. Sind Sie für oder gegen die aktive Sterbehilfe? Grafik: © IfD-Allensbach)

Zurzeit wird ja viel über aktive Sterbehilfe diskutiert. Das bedeutet, dass man das Leben schwerkranker Menschen, die keine Chance mehr zum Überleben haben, auf deren eigenen Wunsch hin beendet. Sind Sie für oder gegen die aktive Sterbehilfe? Grafik: © IfD-Allensbach)

Im Herbst beginnt im Bundestag die Debatte um ein Gesetz zur Sterbehilfe. Ein wesentlicher Diskussionspunkt ist dabei die rechtliche Bewertung der aktiven Sterbehilfe bzw. der Beihilfe zur Selbsttötung. Die deutliche Mehrheit der Bevölkerung steht der Forderung, unheilbar schwerstkranken Menschen auf deren Wunsch hin aktiv Sterbehilfe zu gewähren, positiv gegenüber: 67 Prozent sprechen sich dafür aus, aktive Sterbehilfe in Deutschland zu erlauben. Damit ist die Akzeptanz für die aktive Sterbehilfe in den letzten Jahren weiter gestiegen. 2008 sprachen sich 58 Prozent für die Möglichkeit der aktiven Sterbehilfe in Deutschland aus.

Zustimmung zur aktiven Sterbehilfe in verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Frage: Zurzeit wird ja viel über aktive Sterbehilfe diskutiert. Das bedeutet, dass man das Leben schwerkranker Menschen, die keine Chance mehr zum Überleben haben, auf deren eigenen Wunsch hin beendet. Sind Sie für oder gegen die aktive Sterbehilfe? (© IfD-Allensbach)

Zustimmung zur aktiven Sterbehilfe in verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Frage: Zurzeit wird ja viel über aktive Sterbehilfe diskutiert. Das bedeutet, dass man das Leben schwerkranker Menschen, die keine Chance mehr zum Überleben haben, auf deren eigenen Wunsch hin beendet. Sind Sie für oder gegen die aktive Sterbehilfe? (© IfD-Allensbach)

Eine deutliche Mehrheit der Bürger spricht sich in diesem Zusammenhang auch für die Zulassung von privaten Sterbehilfe-Organisationen wie etwa in der Schweiz aus. 60 Prozent sind der Meinung, dass man auch in Deutschland privaten Sterbehilfe-Organisationen erlauben sollte, unheilbar kranke Menschen bei der Selbsttötung zu unterstützen. Lediglich jeder fünfte ist der Meinung, dass solche Organisationen verboten bleiben sollten, heißt es in einem Kurzbericht des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD). Bei der Umfrage des IfD wurden im September 1.530 Personen ab 16 Jahren befragt.

Die Zustimmung zur aktiven Sterbehilfe geht quer durch alle Bevölkerungsschichten, weitestgehend unabhängig von Geschlecht, Alter, Bildung oder Konfessionszugehörigkeit. So sind 70 Prozent der Männer und 65 Prozent der Frauen für die Möglichkeit einer aktiven Sterbehilfe; in den verschiedenen Generationen sind es zwischen 65 und 68 Prozent. Auch die Schulbildung hat kaum eine Auswirkung. In allen Bildungsschichten ist mit 64 bis 70 Prozent eine große Mehrheit dafür, dass schwerkranke Menschen dabei unterstützt werden dürfen, ihr Leben auf eigenen Wunsch hin zu beenden. Auch unter Katholiken und Protestanten ist jeweils eine große Mehrheit für die aktive Sterbehilfe. Weniger eindeutig ist das Bild lediglich bei den regelmäßigen – und damit ihren Kirchen besonders verbundenen – Kirchgängern. Von ihnen sind 39 Prozent für, 33 Prozent gegen die aktive Sterbehilfe.

Noch größer als die Akzeptanz für die aktive Sterbehilfe ist die Zustimmung zur passiven Sterbehilfe, dass also ein Arzt lebensverlängernde Maßnahmen einstellen kann, wenn der Patient dies ausdrücklich wünscht. Derzeit sprechen sich 78 Prozent für, nur 7 Prozent gegen diese Form der Sterbehilfe aus. Damit entspricht die Zustimmung in etwa dem Niveau, das auch über die letzten Jahre zu messen war, als sich zwischen 72 Prozent und 80 Prozent der Bevölkerung für die passive Sterbehilfe aussprachen (Schaubild 4). Wie bei der aktiven Sterbehilfe gibt es kaum Unterschiede zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Im Fall der passiven Sterbehilfe spricht sich auch die überwältigende Mehrheit der regelmäßigen Kirchgänger für deren Zulässigkeit aus.

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  1. In der Fernsehsendung M. Illner v. 02.10.2014 wurden die bestehenden Gesetze zur Sterbehilfe eingeblendet:
    Beihilfe zum Suizid ist legal, z. B. das Bereitstellen tödlicher Substanzen. Diese dürfen nicht verabreicht werden, sondern müssen vom Patienten selbst eingenommen werden.
    Andererseits ist aktive Sterbehilfe, auch bei klar gestellten Wunsch, eine Straftat und illegal.
    Erklären Sie mir bitte, wie die legale Beihilfe zum Suizid durch das Bereitstellen tödlicher Substanzen praktisch vor sich geht und wer diese, unter welchen Umständen auch immer, bereitstellt.

    Für Ihre Bemühungen danke ich Ihnen im Voraus
    R. Heise, Leipzig