Forschung

Cannabis hemmt Neubildung von Gefäßen in Tumoren

Pharmakologen entdecken, dass Cannabinoide eine Anti-Krebs-Wirkung entfalten können, indem sie deren Wachstum hemmen. Die Gefäße in den Tumoren entwickeln sich nicht mehr weiter. Auch die Metastasierung werde durch Cannabinoide gehemmt.

Medizinisches Marihuana kann auch die Gefäßbildung in Tumoren hemmen. (Foto: Flickr/Chuck Coker)

Medizinisches Marihuana kann auch die Gefäßbildung in Tumoren hemmen. (Foto: Flickr/Chuck Coker)

In zwei aktuellen Arbeiten der international renommierten Fachzeitschrift „Biochemical Pharmacology“ gelang Rostocker Pharmakologen um Burkhard Hinz, Leiter des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie der Universität Rostock, die Aufdeckung neuer Mechanismen der Anti-Krebs-Wirkung von Cannabinoiden. Es konnte erstmals gezeigt werden, dass Cannabinoide über die Induktion eines bestimmten Proteins, des Adhäsionsmoleküls ICAM-1, auf Lungentumorzellen zu einer erhöhten Zerstörung dieser Krebszellen durch Killerzellen des Immunsystems führen.

Darüber hinaus vermittelt das gleiche Signalmolekül antiangiogene Cannabinoid-Wirkungen, also eine verminderte Neubildung von Gefäßen beim Tumorwachstum. In einer früheren Arbeit der Rostocker Gruppe wurde dem Adhäsionsmolekül bereits eine hemmende Wirkung auf die Metastasierung von Krebszellen zugeschrieben.

Die als Cannabinoide bezeichneten Inhaltsstoffe der Hanfpflanze sind seit Anfang der 1990er Jahre in das Interesse der experimentellen und klinischen Forschung gerückt. Dabei liegt der derzeitige Fokus auf Cannabidiol, einem Inhaltsstoff der Hanfpflanze, der die Psyche nicht beeinträchtigt und bereits für die Behandlung spastischer Symptome bei Patienten mit Multipler Sklerose eingesetzt wird.

„Die Analyse der Anti-Krebs-Wirkung von Cannabinoiden hat das Stadium der experimentellen Forschung bisher nicht überschritten. Die wachsende Kenntnis der verschiedenen Angriffspunkte dieser Substanzen bei der Tumorentstehung gibt jedoch Anlass zur Hoffnung, dass Cannabinoide langfristig eine pharmakologische Option für die Tumortherapie darstellen könnten“, sagt Hinz.

Kommentare

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  1. Seit vielen Jahren schon sind die heilsamen und/oder lindernden Eigenschaften des Cannabis bekannt. Ebenso die Vielzahl der Erkrankungen, die mit Cannabis behandelbar sind.
    Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin, ACM, ist in Sachen wissenschaftlich-medizinische Aufklärung hierzulande federführend.

    Was nicht bekannt ist, sind (mutige) Ärzte, die Patienten bei der § 3 Abs. 2 BtMG-Ausnahmeregelungs-Antragstellung unterstützen.

    Noch viel weniger bekannt sind Politiker, die eindeutig Stellung beziehen zur Kostenerstattung von pflanzlichem Cannabis oder cannabisbasierten Medikamenten durch die Gesetzlichen Krankenkassen.

    Sativex als erstattungsfähiges Mittel kann da leider nur als gesundheitspolitisches Feigenblatt bezeichnet werden.

    Was also läuft da falsch in diesem Land mit seinen 82 Millionen Einwohnern und lediglich 300 registrierten Cannabis-Patienten, während in dem 8 Millionen-Einwohner-Land Israel 14.000 Patienten als medizinische Cannabisnutzer registriert sind und bis 2018 sogar insgesamt 40.000 erwartet werden?

    Haben Rösler, Bahr und Gröhe aus uns Deutschen etwa echte Vorbild-Gesunde gemacht?

  2. ich habe seit ca.23jahren MS,bekomme jetzt endlich vom arzt canabis,auch in sprühform hilft es gegen spastiken,berührungsschmerzen,u.s.w,,früher mußte ich es kaufen jetzt bekomme ich es auf rezept.das ist gut so

  3. Bite Bitte Deutschland,
    was ist so schwer daran eine wirksame Medizin den bedürftigen zu verschreiben?
    Eine beinahe nebenwirkungsfreie Alternative zu konventionellen Medikamenten, darf niemandem vorenthalten werden!
    Krankheiten sind das schlimmste, was den Menschen passieren kann.
    Wir müssen alles nutzen, um dem Menschen die Möglichkeit zu geben, sich über das Leben zu freuen und glücklich zu sein.