Ebola

Umfrage: In Deutschland herrscht enorme Angst vor Ebola

Mehr als die Hälfte der Deutschen fürchtet sich vor einem Ausbruch der gefährlichen Infektionskrankheit Ebola. Knapp 70 Prozent würden sich für ein Reiseembargo nach Westafrika aussprechen. Die WHO spricht bereits von offiziell über 4.000 Toten im Krisengebiet.

Über den Reiseverkehr kann sich Ebola auch in Deutschland ausbreiten. (Foto: Flickr/ NIAID)

Über den Reiseverkehr kann sich Ebola auch in Deutschland ausbreiten. (Foto: Flickr/ NIAID)

Nach den ersten Ebola-Erkrankungen in den USA und zuletzt bei einer Krankenschwester in Spanien sorgt der Virus auch in Deutschland für Besorgnis. Der nach Leipzig ausgeflogene Ebola-Patient aus Westafrika ist in der Nacht zum Dienstag gestorben, teilte das Leipziger Klinikum St. Georg mit. So fürchten sich 58 Prozent der Bundesbürger vor einem Ausbruch der oft tödlich verlaufenden Infektionskrankheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Central Krankenversicherung, die von dem Marktforschungsinstitut YouGov unter 1.107 Befragten durchgeführt wurde. Einer weiteren Studie der britischen Universität Lancaster zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es in den nächsten drei Wochen in Frankreich einen Ebola-Fall gibt, bei 75 Prozent. Aufgrund der Angst vor einem Ausbruch in Deutschland fordern daher 69 Prozent der Befragten sogar ein Reiseembargo für Westafrika. Für den Fall eines Krankheitsausbruchs in Deutschland glauben weniger als die Hälfte der Befragten (45 Prozent), dass Deutschland für den Ernstfall gut gerüstet ist. Dr. Markus Homann, Leiter des Gesundheitsmanagements der Central, betont jedoch: „Deutschland verfügt über hochspezialisierte Kompetenzzentren zur Behandlung von lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten mit speziell geschultem und regelmäßig übendem Personal. Zudem sind hierzulande neben der sicheren Isolierung und Versorgung alle Voraussetzungen zur Nachverfolgung von möglichen Kontaktpersonen gewährleistet.“ Eine Gefährdung für die Bevölkerung besteht demnach nicht. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass über den Reiseverkehr die Krankheit in Einzelfällen auch nach Deutschland kommt. Die Ebola-Epidemie in Westafrika breitet sich immer weiter aus, Mitte Oktober sprach die Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell bereits von über 4.000 Toten. Besorgt sind vor allem jene, die aus beruflichen Gründen ins Ausland reisen. „Das Auswärtige Amt rät angesichts der aktuellen Lage dringend von Reisen nach Guinea, Liberia und Sierra Leone ab und ruft zur Ausreise auf. Ausgenommen davon ist dringend benötigtes medizinisches und humanitäres Personal im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Ebola-Epidemie“, erklärt Wiete Schramm, Fachärztin für Arbeitsmedizin bei TÜV Rheinland. „Die Betriebsärzte von TÜV Rheinland führen die arbeitsmedizinische Vorsorge für Beschäftigte mit beruflichen Tätigkeiten im Ausland mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen durch“, sagt sie. Die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch erfolgt durch den direkten Körperkontakt mit an Ebolafieber erkrankten oder verstorbenen Menschen oder durch den Kontakt mit deren Blut oder anderen Körperflüssigkeiten. Es gibt bisher keine Hinweise auf eine Übertragung von Filoviren auf den Menschen durch die Atemluft. Eine Weitergabe der Infektion während der Inkubationszeit wurde bislang nicht beschrieben. „Das Übertragungsrisiko ist in der Spätphase der Erkrankung am größten, wenn die Viruslast am höchsten ist“, erklärt Schramm. Die Ansteckung erfolgt häufig über Kontakt zu den Körpern Verstorbener, beispielsweise bei Beerdigungsritualen. Nach der Krankenschwester aus Madrid ist eine weitere Pflegekraft aus Dallas positiv auf das Virus getestet worden. Beide betreuten einen Ebola-Kranken und waren geschult, wie sie sich zu schützen hatten – dennoch sind beide erkrankt. Gesundheitsminister Hermann Gröhe sieht trotz einer zunehmenden Zahl von Ebola-Fällen außerhalb Afrikas keine Gefahr für Deutschland. „Unser Gesundheitssystem ist sehr gut aufgestellt, deshalb muss sich niemand in Deutschland Sorgen machen“, sagte Gröhe der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post. Er lobte die Umsichtigkeit der Länder, die in Deutschland für den Infektionsschutz zuständig sind. Sie hätten bei allen bisherigen Verdachtsfällen „professionell gehandelt“ und „jede denkbare Ansteckung durch eine rechtzeitige Isolierung“ verhindert. Der Minister verwies auch darauf, dass die Notfallpläne für den Umgang mit Erkrankten regelmäßig geübt würden. Zudem verfüge Deutschland über „hervorragend ausgestattete Behandlungszentren“, die auf den Umgang mit hoch ansteckenden Krankheiten spezialisiert seien.

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