Rauchen

Studie: Kombination aus Nikotinpflaster und Medikamenten kann Rauchern Erfolg bringen

Die Kombination von Nikotinpflaster und Medikamenten gibt starken Rauchern Hoffnung, die Sucht endlich zu besiegen. Doch die Kombination aus Ersatzprodukten und gezielter Medikation köntte Risiken bergen. Soziologen empfehlen, auf Zusatzmittel zu verzichten und die soziale Komponente auszuprobieren.

Medikamente, Nikotinpflaster und andere Strategien helfen Rauchern beim Aufhören.  (Foto: flickr/Blu-News.org)

Medikamente, Nikotinpflaster und andere Strategien helfen Rauchern beim Aufhören. (Foto: flickr/Blu-News.org)

Die Wissenschaftler befassten sich mit einem Problem, das auch fast ein Drittel der deutschen Bevölkerung betrifft: Immer wieder wird der Entzug versucht, immer wieder wird er dann aber abgebrochen. Die Gründe für das Scheitern liegen auf der Hand: Die Schwierigkeit beruht auf der Doppelnatur der Raucherentwöhnung, nämlich dem körperlichen Entzug vom Nikotin in Verbindung mit dem emotionalen Rückzug aus der Gewohnheit.

Aus Sicht von Medizinern galt es bislang als unsinnig, beide Ansätze in einer Therapie zu vereinen. Der Grund: Nikotinpflaster als auch einschlägige Medikamente wie Vareniclin (Champix) und Bupropion (Zyban), die einen Abbau der Lustempfindung beim Rauchen hervorgerufen, haben den gleichen Wirkmechanismus. Beide nutzen im Körper den Nikotinrezeptor alpha4beta2. Eine sinnvolle Ergänzung schien daher ausgeschlossen.

Dass eine Kombination dennoch höhere Erfolgsquoten verspricht, wurde jetzt in zwei unabhängigen Studien belegt. So fanden zwei Wissenschaftler der Duke University im US-Bundesstaat North Carolina heraus, dass die Nutzer eines Nikotinpflaster viel eher mit dem Rauchen aufhörten, wenn sie auch Vareniclin und Bupropion in den Prozess einbezogen. Wurden beide Medikamente eingenommen, ließen 40 Prozent der Testpersonen von ihrer Gewohnheit ab. Gestützt werden die Resultate von einer randomisierten Studie eines Forscherteams aus Südafrika. Die Fachleute von der Stellenbosch Universität in Kapstadt führten Tests an 446 Rauchern durch. Die Erfolgsrate stieg bei ihnen deutlich von 33 auf 49 Prozent an, sobald neben dem Nikotinpflaster auch Vareniclin zum Einsatz kam. Weitere Studien müssten nun aber noch den Langzeiterfolg dieser Entzugs-Therapie und potentielle gesundheitliche Folgen überprüfen, so die Forscher.

Aber unabhängig von Arzneimitteln ist die soziale Komponente bei der Abgewöhung des Rauchens nicht zu vernachlässigen. Wer mit seinem Partner zusammenwohnt, gibt das Rauchen eher auf, berichtet die Apotheken Umschau unter Berufung auf Soziologen der Universität Heidelberg. Demnach scheint der gemeinsame Haushalt mitentscheidend dafür zu sein, dem blauen Dunst abzuschwören. Denn beim Rauchverhalten greifen zum einen Mechanismen der sozialen Kontrolle. Zum anderen bekommen Raucher mehr Unterstützung vom Partner, wenn sie mit ihm zusammenleben.

Die Bundesrepublik ist zu lax im Kampf gegen das Rauchen. Zu diesem Ergebnis kämen die europäischen Krebsgesellschaften. In einer Rangliste steht Deutschland vor Schlusslicht Österreich auf Platz 33. Beide Länder hätten zu niedrige Zigarettenpreise sowie weiche Werbeverbote. Zudem fehle es an umfassenden Aufklärungskampagnen. Vorbildlich seien dagegen die Spitzenreiter Großbritannien, Irland und Island.

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