Wirtschaft

Deutsche Firmen haben gute Chancen auf Chinas Medizintechnik-Markt

Der Markt für Medizintechnik in China ist für deutsche Unternehmen besonders attraktiv. Doch der komplexe Prozess zur Einführung neuer Produkte bedarf einer sorgfältigen Planung. In China gibt es einen Trend zur minimalinvasiven Chirurgie.

Minimalinvasive Chirurgie verbreitet sich in China. (Foto: Flickr/ RA Torsten Kellotat)

Minimalinvasive Chirurgie verbreitet sich in China. (Foto: Flickr/ RA Torsten Kellotat)

Die Nachfrage nach Medizintechnik steigt in China bis 2016 mit Zuwachsraten um 20 Prozent an. Eine schnell wachsende chinesische Mittelklasse mit steigender Kaufkraft hat Bedarf nach westlichen Gesundheitsprodukten. Medizintechnik-Unternehmen und Zulieferer dieser Branche haben gute Absatzchancen.

Bis 2015 ist für die Medizintechnik in China ein Wachstum auf ein Marktvolumen von rund 54 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Steigende Einkommen, die zunehmende Lebenserwartung und neue Nachfrage aus Zentralchina sind Gründe, warum China im Bereich Medizintechnik auch in den kommenden Jahren attraktiv bleiben wird, ergab eine Marktbeobachtung von Fiducia Management Consultants in Hong Kong.

„China ist und bleibt ein Wachstumsmarkt und ist reif für deutsche Medizingeräte“, sagt Stefan Kracht, Geschäftsführer von Fiducia.

Die Hürden für den Einstieg in diesen Markt sollten aber nicht unterschätzt werden. Wie die Erfahrung zeigt, sollten etablierte Beratungsdienstleister mit lokalem China-Know-how den Weg ebnen. „Langfristige Beziehungspflege ist in China sehr wichtig, ebenso der Aufbau von Schlüssel-Beziehungen vor allem mit medizinischen Entscheidern und den Managern der Krankenhäuser“, erklärt Kracht. Nicht nur aus diesen Gründen rät er zu dem Aufbau eines eigenen Unternehmens-Standorts in China. Die langfristige, direkte Kundenentwicklung und deren Betreuung vor Ort sowie die wichtigen After-Sales-Service-Angebote lassen sich nur im Zielland konsequent aufbauen.

Der eigentlich Lizensierungs- und Registrierungsprozess von medizinischen Produkten ist komplex und nicht selten langwierig. Eine umfassende Marktrecherche vorab gilt daher als unverzichtbar. Generell unterscheidet der chinesische Staat drei Gruppen von medizinischen Geräten. Klasse 1: Produkte, deren Sicherheit und Effektivität durch Routineprüfungen gesichert werden. Klasse 2: Produkte, deren Sicherheit und Effektivität durch strenge Kontrollen sichergestellt werden müssen und die dritte Klasse: Produkte, die in den Körper implantiert werden und fortwährend intensiv überprüft werden müssen.

Kracht beobachtet auch in China den Trend zur minimalinvasiven Chirurgie und somit einen großen Bedarf an Produkten, die zur risikoreichsten Gruppe drei gehören. „Wer als internationales Unternehmen Fuß fassen möchte, muss Top-Qualität möglichst im technischen High-End Bereich liefern.“

Für eine entsprechende Produktregistrierung sollte ein Unternehmen mindestens 110 Tage veranschlagen, allerdings ohne Testphase oder Durchführung von klinischen Studien, und: „Für jedes Produktupdate muss man eine neue Registrierung einreichen. Bestehende Registrierungen müssen regelmäßig erneuert werden“, so Kracht.

Vielversprechende Möglichkeiten bieten sich darüber hinaus für Unternehmen, die bereits im chinesischen Markt aktiv sind. „Gegenwärtig besteht viel Platz für Wachstum im mittleren Preissegment“, betont der China-Kenner.  Viele setzen in diesem Bereich auf lokales Design, fertigen in China und liefern spezialisiertes technisches Know-how aus dem Ausland zu.

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