Cannabis

THC-Inhalator ermöglicht Cannabis-Therapie ohne Rausch

Ein israelisches Startup hat einen medizinischen THC-Inhalator entwickelt. Das Gerät kann die Konzentration der Wirkstoffe so steuern, dass die rauschhafte Wirkung ausbleibt, die schmerz-therapeutische Wirkung jedoch bleibt. Damit wird eine Marihuana-Behandlung beispielsweise auch für Kinder denkbar.

Durch den Syqe-Inhalator soll Cannabis größere Akzeptanz als Medizinprodukt finden. (Foto: flickr/DonGoofy)

Durch den Syqe-Inhalator soll Cannabis größere Akzeptanz als Medizinprodukt finden. (Foto: flickr/DonGoofy)

Das israelische Startup Syqe hat einen Inhalator vorgestellt, mit dem die Konzentration der Wirkstoffe von Cannabis präzise gesteuert werden kannDas Gerät funktioniert ähnlich wie eine E-Zigarette: Konzentriertes THC-Granulat in Kapselform wird in Mikrogramm-Portionen verdunstet. Der psychoaktive Effekt bleibt dabei weitgehend aus, wie Bloomberg berichtet. Die schmerztherapeutische Wirkung jedoch bleibt.

Dadurch werden neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnet: Beispielsweise für die Behandlung krebskranker Kinder. Der Gründer Perry Davidson erklärte in einem Interview mit dem Wall Street Journal, er hoffe die Akzeptanz von Marihunana als Medizin in der breiten Öffentlichkeit zu erhöhen. Dem Magazin Israel21c sagte er: „Bereits in den 90ern wurde gezeigt, dass Cannabis die Nebenwirkungen einer Krebstherapie bei Kindern mildern kann. Aber das wurde nicht weiter verfolgt, aufgrund der negativen Assoziationen, die daraus entstanden. Dies ist ein Misstand, den ich geradebiegen wollte.“ Er entwickelte eine Strategie, wie er den schlechten Ruf von Cannabis als illegale Droge entgegenwirken könnte und so besser vermarktbar machen.

Den Schlüssel dazu sah Davidson in der Dosierung. Dazu hat Syqe die Einnahme „technologisiert“: Das jetzt vorgestellte Gerät wird im 3-D-Drucker hergestellt und ermöglicht eine exakte Dosierung des Wirkstoffs, die von dem behandelnden Arzt und dem Patienten via App kontrolliert und in Mikrogramm-Schritten eingestellt werden kann. Das steht im kompletten Gegensatz zum traditionellen Joint als Naturprodukt. THC-Kapseln mit immer der gleichen Wirkstoff-Menge von 100 Mikrogramm machen die Wirkung berechenbar. Durch die exakte Dosierung werde der Grad der psychoaktiven und schmerztherapeutischen Wirkung kontrolliert und in ein optimales Gleichgewicht gebracht.

In Israel hat der Unternehmer Davidson dem Gesundheitsministerium geholfen, das staatliche Medical Cannabis Programm mit aufzubauen. Rund 13.000 Israelis haben eine Verschreibung für medizinisches Marihuana, darunter auch Kinder die beispielsweise an Epilepsie leiden Die israelische Regierung hat die Entwicklung des Syqe Inhalers mit 1 Million US-Dollar unterstützt und den Gebrauch des Geräts in Krankenhäusern genehmigt. Der Staat war von Anfang an mit dabei und hat Israel zu einer weltweiten Vorreiterrolle in Sachen medizinischer Cannabis-Forschung verholfen.

Ein Aufwand, der sich auch finanziell zu lohnen scheint: Cannabis hat sich in Israel zu einer Industrie entwickelt, die großen Herstellerfirmen sind zum Teil bereits an der Börse gelistet. Auch Davidsons Unternehmen will jetzt den US-Markt erobern. Laut bloomberg hat der dortige Markt für medizinisches Cannabis ein Volumen von 1,4 Milliarden Dollar und wird in den kommenden drei Jahren voraussichtlich auf 10 Milliarden Dollar anwachsen. Eine Genehmigung der US-Regulierungsbehörde könnte für das israelische Startup allerdings schwierig zu bekommen sein. Denn offiziell ist Cannabis in den USA wie auch in Israel illegal. Immer mehr US-Bundesstaaten erlauben jedoch den medizinischen Gebrauch, die Anwender werden auf ca 1 Million US-Bürger geschätzt. Auch in Deutschland ist der Zugang zu medizinischem Cannabis bisher streng limitiert: Es muss über ein Betäubungsmittel-Rezept verordnet werden und die Krankenkassen übernehmen die Kosten nur in seltenen Fällen. Die neue Möglichkeit, die Medizin ohne Rausch zu verschreiben, könnte auch hierzulande die Diskussion um eine Legalisierung vorantreiben.

Kommentare

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  1. Wieso sollte es mündigen Patienten, die vom gesamten Spektrum der Inhaltsstoffe des Cannabis profitieren, eigentlich verwehrt sein ein wenig Lebensqualität durch sozusagen „erwünschte Nebenwirkungen“ hinzuzugewinnen?

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