Pharmaindustrie

Merck und Pfizer arbeiten in der Krebsforschung zusammen

Die Entwicklung von Wirkstoffen in der Immuntherapie ist ein hart umkämpftes Feld der Pharmakonzerne. Mit der Allianz von Merck und Pfizer bekommen die Konzerne Roche, AstraZeneca und Bristol Myers Squibb nun deutlich Konkurrenz. Wirkstoffe, die das Immunsystem bei Krebs stärken, sind gefragt: Der Markt soll auf einen Jahresumsatz von 35 Milliarden Dollar anwachsen.

Merck und Pfizer wollen mit Krebs-Arzneien zusammen Dollar machen. (Foto: Flickr/ David Goehring)

Merck und Pfizer wollen mit Krebs-Arzneien zusammen Dollar machen. (Foto: Flickr/ David Goehring)

Merck hat einen Vertrag mit Pfizer über eine weltweite Zusammenarbeit zur Entwicklung und Vermarktung von Krebsmedikamenten geschlossen. Der Anti-PD-L1-Antikörper aus der Forschung von Merck ist zurzeit zur potenziellen Behandlung unterschiedlicher Tumorarten in der Entwicklung. Ziel der Allianz ist, die Präsenz beider Unternehmen in der Immunonkologie voranzutreiben.

Die Medikamente, die die beiden Pharmakonzerne auf den Weg bringen wollen, sind auf das körpereigene Abwehrsystem spezialisiert. So soll die körpereigene Abwehr angeregt werden, sich selbst gegen den Krebs zur Wehr zu setzen. Die Immuntherapie ist ein vielversprechender Ansatz in der Tumormedizin, der Markt dafür soll in zehn Jahren auf etwa 30 bis 35 Milliarden Dollar pro Jahr anwachsen. Schon mit einzelnen Medikamenten könnten Merck und Pfizer mehrere Milliarden Dollar umsetzen, schätzen Experten.

Bislang sind noch die Konkurrenten aus den USA Bristol-Myers Squibb (BMS), der Schweizer Pharmakonzern Roche und der britisch-schwedische Konzern AstraZeneca führend bei Wirkstoffen in der Immuntherapie.

Der Antikörper von Merck und Pfizer soll sowohl als Einzelwirkstoff als auch in Kombination einer breiten Palette von bereits zugelassenen oder noch in der Entwicklung befindlichen Pipeline-Kandidaten beider Unternehmen entwickelt werden. Die beiden Unternehmen werden darüber hinaus ihre Ressourcen und Expertise bündeln, um den Anti-PD-1-Antikörper von Pfizer in Phase-1-Studien zu überführen. Außerdem wird Merck im Rahmen eines Co-Marketing-Abkommens XALKORI, ein Medikament für das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom, in den USA und verschiedenen anderen Schlüsselmärkten vertreiben. Damit beschleunigt Merck den Eintritt in den amerikanischen Onkologie-Markt.

Merck hatte in den vergangenen Jahren einige Rückschläge bei der Entwicklung neuer Medikamente hinnehmen müssen.

Vereinbarungen zufolge wird Merck eine Vorauszahlung in Höhe von 850 Millionen Dollar und bei Erreichung bestimmter regulatorischer und kommerzieller Meilensteine weitere Zahlungen von bis zu zwei Milliarden Dollar erhalten. Alle anfallenden Entwicklungs- und Markteinführungskosten sowie alle Umsätze, die durch einen möglichen Verkauf von Anti-PD-L1 oder Anti-PD-1-Produkten im Rahmen dieser Zusammenarbeit erwirtschaftet werden, sollen geteilt werden.

Die nächste große Milliardenübernahme in der Pharmaindustrie deutet sich zwischen dem US-Generikakonkurrent Actavis und dem kalifornischen Botox-Hersteller Allergan an. Nach der Übernahme entstünde ein neuer Pharmariese mit einem Umsatz von 23 Milliarden Dollar pro Jahr, der zu den zehn größten der Branche gehören würde. Allergan hat eine starke Marktposition in der Augenheilkunde, in der Bekämpfung von Nervenleidung sowie bei Medikamenten gegen Hautkrankheiten, sagte Actavis-Chef Brent Saunders. Actavis könne seine Stärken bei Arzneien gegen Magendarm-Erkrankungen und in der Gynäkologie ausspielen. Schon vor einiegen Monaten hatte Actavis das US-Pharmaunternehmen Forest Labs für 25 Milliarden Dollar übernommen.

Besonders brisant: Auch Pfizer hat ein Auge auf Actavis geworfen. Sollte die Übernahme vo Allergan durch Actavis jedoch gelingen, könnte Pfizer die Übernahme des neuen Pharma-Riesen zu kompliziert erscheinen.

Der kanadische Konzern Valeant scheidet im Rennen um die Übernahme von Allergan nun aus. Der Konzern aus Quebec hatte zuletzt 60 Milliarden Euro Allergan in Aussicht gestellt, deutlich weniger als die Offerte von Actavis (66 Milliarden).

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