Krebs-Forschung

Krebsforschung: Beeren-Wirkstoff tötet Tumor in Minuten

Wissenschaftlern am QIMR Berghofer Medical Research Institut ist es gelungen, Krebsgeschwüre mit Hilfe einer australischen Beere vollständig zu zerstören. Eine Injektion des Wirkstoffs direkt in die Tumore verschiedener Versuchstiere hat die Krebszellen in über 70 Prozent der Fälle langfristig und vollständig zerstört. Das Medikament namens EBC-46 wird aus den Samen einer Frucht des Blushwood-Baums gewonnen.

Der Wirkstoff aus den Samen der Blushwood-Baums tötet Krebszellen. (Foto: qimrberghofer.edu.au)

Der Wirkstoff aus den Samen der Blushwood-Baums tötet Krebszellen. (Foto: qimrberghofer.edu.au)

Der Wirkstoff einer australischen Beerenfrucht hat beachtliche Erfolge in der experimentellen Krebs-Therapie gezeigt: Wissenschaftlern am QIMR Berghofer Medical Research Institut ist es gelungen, Krebsgeschwüre mit Hilfe eines Medikaments namens EBC-46 vollständig zu zerstören.

Die Medizin wird aus den Samen einer Frucht des Blushwood-Baums gewonnen, die nur in bestimmten Regionen des australischen Regenwalds vorkommt.

Eine Injektion des Wirkstoffs direkt in die Tumorproben im Labor sowie in Tumore im Kopf, Nacken und Darm von verschiedenen Versuchstieren hat die Tumore in über 70 Prozent der Fälle langfristig und vollständig zerstört.

Der leitende Autor der Studie, Dr. Glen Boyle war nach eigenen Angaben von der Schnelligkeit der Wirkung überrascht: „In präklinischen Versuchen sahen wir fünf Minuten nach der Injektion eine violette Verfärbung des betroffenen Bereichs, ähnlich wie bei einem Bluterguss. Etwa 24 Stunden später färbt sich der Tumor schwarz, einige Tage später ist eine Kruste erkennbar und nach etwa eineinhalb Wochen fällt die Kruste ab und hinterlässt reine Haut ohne Tumor.“

Die Forscher vermuten, dass der Wirkstoff eine Zellreaktion auslöst, die dem Tumor die Blutversorgung kappt indem sie sie öffnet. Der Tumor würde so praktisch verbluten. Dadurch würde das körpereigene Abwehrsystem aktiviert, das die Reste „aufräumt“.

Über 300 Krebsfälle bei Haustieren wurden bereits mit dem Medikament behandelt.

Allerdings gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass EBC-46 auch bei streuenden Krebsarten und Metastasen in anderen Körperteilen wirkt.

Derzeit wird das Medikament als veterinär- und humanmedizinische Medizin entwickelt. Die Entwicklerfirma EcoBiotics plant, die Blushwood-Bäume in Plantagen anzubauen.

Die Genehmigung für die erste Phase klinischer Test an Menschen ist bereits erteilt.

Dass EBC-46 allerdings die konventionelle Chemo-Therapie ablösen könne, hält Boyle jedoch für unwahrscheinlich: „Aber EBC-46 könnte bei Personen angewandt werden, bei denen Chemotherapie nicht wirkt oder bei älteren patienten, deren Körper keine weitere Chemotherapie mehr vertragen würde.

Die Resultate wurden im Magazin PLOS One veröffentlicht.

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