Forschung

Wissenschaftler entdecken dumm machendes Virus

Normaler Weise findet sich der Chlorovirus ATCV-1 nur bei Algen. Doch wie eine Studie zeigt, lässt sich der Virus auch bei vielen Menschen nachweisen. Und hier hat es sogar einen negativen Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten des Menschen.

Die Wissenschaftler der Johns Hopkins Medical School haben einen erstaunlichen Fund gemacht. Denn, dass der Chlorovirus ATCV-1 überhaupt beim Menschen gefunden wurde, ist äußerst ungewöhnlich. Eigentlich suchen sich Viren gemeinhin verwandte Wirte, vom Tier zum Menschen kommt das schon mal vor. Der Sprung des Virus von der Alge zum Menschen ist allerdings sehr groß und die Forscher konnten auch noch nicht nachweisen, wie dies geschehen konnte bzw. kann.

    Nicht nur die Gene, die uns unsere Eltern mit auf den Weg gegeben haben, beeinflussen unsere Intelligenz und unser Verhalten. Auch Mikro-Organismus haben einen Einfluss auf uns (Foto: Flickr/Major Redneck)

Nicht nur die Gene, die uns unsere Eltern mit auf den Weg gegeben haben, beeinflussen unsere Intelligenz und unser Verhalten. Auch Mikro-Organismus haben einen Einfluss auf uns (Foto: Flickr/Major Redneck)

Ursprünglich ging es dem Virologen Robert Yolken und seinem Team um Untersuchungen zum Vorkommen von Mikroben im Rachen. Dabei fanden sie jedoch bei Testpersonen im Rachen DNA, die der des ATCV-1-Virus entspricht. Von 92 Testpersonen wurden 40 positiv auf den Virus getestet, wie die Studie zeigt.

Noch erstaunlicher war aber die Wirkungsweise des Virus. Bei entsprechenden kognitiven Tests schnitten die Personen, die positiv auf das Virus getestet worden waren, schlechter ab. Dabei ging es unter anderem um Genauigkeit und Geschwindigkeit der visuellen Wahrnehmung, heißt es in der Studie, die im Fachjournal PNAS veröffentlicht wurde. Die positiv getesteten schnitten um 10 Prozent schlechter ab. Auch ihre Aufmerksamkeit war geringer.

„Das ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie ein scheinbar harmloser Mikroorganismus, den wir in uns tragen, unser Verhalten und unsere Wahrnehmung beeinflussen kann“, zitiert der Independent Yolken.

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