Forschung

Stammzellen heilen Parkinson-Schäden im Gehirn

Der Einsatz von Stammzellen gegen Parkinson nähert sich nach einem Durchbruch im Tierversuch der klinischen Erprobung

Klinische Tests mit Neuronen aus Stammzellen könnten 2017 beginnen. (Foto: flickr/Gerolf Nikolay)

Klinische Tests mit Neuronen aus Stammzellen könnten 2017 beginnen. (Foto: flickr/Gerolf Nikolay)

Stammzellen könnten künftig eingesetzt werden, um von Parkinson verursachte Schädigungen im Gehirn zu heilen, fanden Wissenschaftler der schwedischen Lund University  heraus. Für das Team um die Neurobiologin Malin Parmar sind diese Ergebnisse bei Versuchen mit Ratten ein entscheidender Durchbruch auf der Suche nach wirksamen Behandlungsmöglichkeiten.

Bis jetzt gibt es keine klinischen Studien mit Neuronen aus Stammzellen. Erste Tests könnten jedoch bereits ab 2017 durchgeführt werden. Für Parmar sind die Ergebnisse ein Meilenstein in Richtung klinischer Studien an Patienten.

Laut der Hilfsorganisation Parkinson’’s UK sind vor solchen klinischen Studien mit Menschen allerdings noch viele offene Fragen zu klären. Derzeit gibt es für Parkinson keine Heilungsmöglichkeit. Medikamente und Verfahren wie die Stimulation des Gehirns können nur die Symptome lindern. Parkinson wird durch den Verlust von Nervenzellen verursacht, die im Gehirn den wichtigen Neurotransmitter Dopamin herstellen.

Für die Studie simulierten die Forscher die Krankheit, indem sie bei Ratten auf einer Seite des Gehirns diese Nervenzellen abtöteten. In einem nächsten Schritt wandelten sie embryonale Stammzellen von Menschen in Neuronen um, die Dopamin produzierten. Diese Zellen wurden in die Gehirne der Ratten injiziert. Schädigungen des Gehirns konnten in der Folge rückgängig gemacht werden.Ein ähnliches Verfahren wurde bereits an einer kleinen Gruppe von Patienten getestet. Dabei wurde das Gehirngewebe von abgetriebenen Föten eingesetzt, um das Gehirn zu heilen.

Die klinischen Tests wurden nach widersprüchlichen Ergebnissen jedoch beendet. Rund ein Drittel der Patienten verfügte jedoch über Zellen der Föten, die noch lange Zeit aktiv waren, heißt es in einem BBC-Bericht.

Der Einsatz embryonaler Stammzellen dürfte jedoch weniger problematisch sein, da die große Anzahl der für die Transplantation notwendigen Zellen im Labor hergestellt werden kann.

Kommentare

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  1. Bedauerlich dass die segensreiche Forschung bis zum Einsatz noch circa zwei Jahre braucht. Dann bin ich wohl zu alt, um noch eine Heilung zu erfahren.

  2. Mein Sohn ( 41 ) hat seit 3 Jahren Parkinson und ich hoffe und vertraue der Medizin , dass es bis 2017 vielleicht möglich wird, diese Krankheit zum größten Teil zu heilen oder zumindest weitgehendst
    zu lindern.

    Vielen Dank.

    Mit freundlichen Grüßen

    Emil Peschl