Krankenversicherung

Arzneimittelrabatte führen zu Minus bei Krankenkassen

Die Rücklagen der Krankenkassen schrumpfen. Die Kassen müssen für die gestiegenen Arzneimittelrabatte aufkommen. Außerdem löst die Finanzreform der Krankenkassen einen verschärften Wettbewerb zwischen den Akteuren aus. Hohe Prämienauszahlungen und Leistungserweiterungen sind die Folge, um Neukunden anzulocken und Bestandskunden zu halten.

Die Leistungsausgaben der Krankenkassen pro Kopf steigen infolge des höheren Rabattes auf Arzneimittel. (Grafik: GKV-Spitzenverband)

Die Leistungsausgaben der Krankenkassen pro Kopf steigen infolge des höheren Rabattes auf Arzneimittel. (Grafik: GKV-Spitzenverband)

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen fallen stärker aus, als bisher angenommen. In den ersten neun Monaten überstiegen sie die Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds. Der Grund: Der Gesetzgeber hat den Arzneimittelrabatt von sechs auf sieben Prozent erhöht. Die Differenz schlägt sich nun in den Bilanzen der Kassen nieder.

Ein weiterer Grund sind hohe Prämienzahlungen an Versicherte, mit denen die Kassen versuchen, die Kunden im Wettbewerb bei sich zu halten. Sogar einige Betriebskassen haben der FAZ zufolge schon Prämien ausgezahlt.

In den ersten neun Monaten des Jahres summierten sich diese Effekte auf ein Defizit von 830 Millionen Euro bei den Ersatzkassen. Den Betriebskrankenkassen fehlen 257 Millionen und den Innungskrankenkassen fehlen 118 Millionen Euro. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (+350 Millionen Euro) und die Knappschaft (+118 Millionen Euro) konnten hingegen Überschüsse erzielen.

Angesichts immer noch hohen Rücklagen hält das Bundesgesundheitsministerium die Zahlen der Krankenkassen nicht für besorgniserregend. Die Finanzreserve beträgt derzeit noch 15,1 Milliarden Euro bei den Krankenkassen sowie rund zehn Milliarden Euro beim Gesundheitsfonds.

Die Finanzreserven sind jedoch ungleich verteilt. Experten rechnen daher damit, dass zahlreiche Kassen zum Jahreswechsel ihren Beitragssatz erhöhen werden. Die AOK Plus und die AOK Sachsen-Anhalt wollen ihren Beitrag um 0,3 Prozent erhöhen. Die Anhebung kann bis zu einer Grenze von 0,9 Prozent erfolgen.

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