Arzneimittel

Neues Medikament heilt Rückenmarksverletzungen

Wissenschaftliche Tests mit Ratten haben gezeigt, dass Nervenzellen am Rückenmark nachwachsen können. Somit könnten Querschnittsgelähmte einige Funktionen wieder zurückgewinnen. Die Studie soll nun an größeren Tieren fortgeführt werden.

Es gibt ein neues Medikament, das die Nerven im Rückenmark zum Wachsen bringen und damit Verletzungen heilen kann. Wissenschaftler der Case Western Reserve University School of Medicine in Cleveland/Ohio haben es entwickelt und erfolgreich an Ratten gestestet. Dabei sind die Nervenzellen im Rückenmark nachgewachsen. Die Forschungsergebnisse wurden im international beachteten Fachmagazin Nature veröffentlicht.

Neue Forschungsergebnisse an Tieren machen Querschnittsgelähmten Hoffnung. (Foto: Flickr/Martin Abegglen)

Neue Forschungsergebnisse an Tieren machen Querschnittsgelähmten Hoffnung. (Foto: Flickr/Martin Abegglen)

Die Ratten-Studie hat gezeigt, dass ein Teil der Bewegungsfähigkeit und die Kontrolle über die Blase wiederhergestellt werden können. Die Wirkung des Medikaments beruht auf der Unterbrechung der klebrigen Substanz, die verhindert, dass Nervenzellen während einer Verletzung wachsen.

Dem Team um Jerry Silver zufolge verhindert das sich nach einer Rückenmarksverletzung bildende Narbengewebe die Heilung. Zuckerhaltige Proteine werden durch das Narbengewebe freigesetzt. Sie wirken wie Klebstoff. Axone, die langen schlauchartigen Nervenzellfortsätze, verfangen sich im Klebstoff, wenn sie versuchen, die Verletzung zu überwinden.

Die Wissenschaftler injizierten eine Chemikalie unter die Haut über dem Rückenmark und unterbrachen die Aktivität des Klebstoffes. Die Axone begannen anschließend zu wachsen.

Bei ersten Tests zeigten 21 von 26 Ratten ein gewisses Ausmaß an Gesundung. Es bezog sich entweder auf die Beweglichkeit oder auf die Funktion der Blase.

Die Wirkung sei bei einigen Tieren so ausgeprägt, dass eine Verletzung kaum noch zu erkennen war, so Silver. Weitere Tests mit größeren Tieren seien jedoch nötig, bevor klinische Studien durchgeführt werden könnten. In Zukunft wäre der neue Ansatz in Kombination mit Nerventransplantationen und elektrischer Stimulation möglich.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *