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Gutverdiener sparen am stärksten bei neuen Kassenbeiträgen

Wer viel verdient, spart am meisten, wenn die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherungen sinken. Bei einem Einkommen von 4.000 Euro Brutto ist die Ersparnis doppelt so hoch, wie bei einem Einkommen von 2.000 Euro Brutto. Die meisten Krankenkassen geben jedoch noch nicht bekannt, ob sie die Beiträge senken oder anheben.

Wenn Krankenkassen zum Jahreswechsel die Beiträge anheben, dürfen sich Kunden nach günstigeren Versicherern umhören. (Foto: Flickr/ labormikro/CC BY-SA 2.0)

Wenn Krankenkassen zum Jahreswechsel die Beiträge anheben, dürfen sich Kunden nach günstigeren Versicherern umhören. (Foto: Flickr/ labormikro/CC BY-SA 2.0)

Die Wiedereinführung der Beitragshoheit für die gesetzlichen Krankenkassen führt dazu, dass zum ersten Januar 2015 voraussichtlich einige der 131 Kassen niedrigere Beiträge verlangen werden als 2014. Da diese einkommensabhängig berechnet werden, berechnen sich auch die Einsparungen bei Beitragssenkungen abhängig vom Einkommen. Eine Senkung um 0,5 Prozentpunkte beispielsweise bringt bei einem Bruttoeinkommen von 4.000 Euro eine Jahresersparnis von 240 Euro. Bei halbem Brutto bedeutet das eine Ersparnis von 120 Euro.

„Wer mehr verdient, spart bei sinkendem Beitragssatz mehr, muss aber natürlich nach wie vor mehr Krankenkassenbeiträge entrichten“, so Albert Gottelt, Chefredakteur vom 1A Verbraucherportal. „Das bringt das Prinzip der Sozialversicherung mit sich. Allerdings werden Gutverdiener auch stärker zur Kasse gebeten, wenn die Sätze ansteigen. Das ist mittel- bis langfristig sogar zu erwarten.“

Für die meisten der rund 50 Millionen zahlenden Krankenkassenmitglieder könnte es auch trotz Zusatzbeitrag erstmal günstiger werden. Grund ist, dass es einen stark reduzierten Einheitsbeitrag plus variable Zusatzbeiträge geben wird. Bislang haben knapp 20 der 131 gesetzlichen Krankenkassen ihre neuen Beitragssätze bekannt gegeben.

Stand Anfang Dezember bleiben 5 Krankenkassen im Vergleich zu 2014 stabil, 12 werden günstiger. Viele weitere haben angekündigt, unter dem jetzigen Beitrag zu liegen, den genauen Beitragssatz jedoch noch nicht bekannt gegeben. Aus der täglich aktualisierten Vorab-Liste geht hervor, welche Kassen günstiger werden und welche die Beiträge stabil halten. Gottelt geht davon aus, dass es kaum teurer wird: „Nur vereinzelt – wenn überhaupt – wird  es Krankenkassen geben, die ihren Beitragssatz über die jetzigen 15,5 Prozent anheben, um im Preiswettbewerb nicht unterzugehen.“

Gleichzeitig werden die Beitragssätze zur Pflegeversicherung ab Januar um 0,3 Prozentpunkte angehoben. Das zehrt die Ersparnis zum Teil wieder auf. „Darum sollten sich Versicherte nicht wundern, wenn bei unverändertem Beitragssatz trotzdem mehr Abzüge auf dem Lohnzettel stehen oder die Ersparnis bei reduziertem Beitragssatz nicht so hoch ausfällt wie erhofft“, so Gottelt weiter.

Weil es also wieder teurere und günstigere Krankenkassen geben wird, lohnt auch der Preisvergleich wieder. Wer in einer Krankenkassen versichert ist, die ihren Beitragssatz anhebt oder gar nicht absenkt, kann durch einen Wechsel zu einer günstigeren Kasse Geld sparen. Nach derzeitigem Stand ließe sich der Beitrag dadurch maximal um knapp 300 Euro pro Jahr reduzieren.

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