Ernährung

Obst und Gemüse: Mehr als fünf Portionen täglich braucht es nicht

Eine Meta-Analyse aktueller Studien will nun endgültig Klarheit über die optimale Menge an Obst und Gemüse auf dem täglichen Speiseplan schaffen. Das internationale Forscherteam empfiehlt fünf Portionen, um etwa den Tod durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vorzubeugen. Alles darüber hinaus sei der Gesundheit nicht weiter zuträglich.

Auf fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag muss man erstmal kommen. (Foto: Flickr/digital cat)

Auf fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag muss man erstmal kommen. (Foto: Flickr/digital cat)

Etwa 400 Gramm Obst und Gemüse pro Tag reichen offenbar völlig aus, um sich nachhaltig etwas Gutes zu tun. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Metaanalyse, die die Resultate von insgesamt 16 Beobachtungs-Studien ausgewertet hat. Streitbar bleibt die Auswertung aber dennoch.

Die Wissenschaftler aus den USA und China veröffentlichten ihr Fazit kürzlich im „British Medical Journal“ (BMJ). Diejenigen, die bei Obst und Gemüse beherzt zugreifen, haben ein geringeres Risiko frühzeitig zu versterben. Vorbeugend wirkt sich diese Ernährungsweise vor allem auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Das Team um Wei Bao von den National Institutes of Health in Rockville, Maryland, und Frank Hu von der Harvard School of Public Health in Boston, Massachusetts, nahm insgesamt 16 Studien mit 833.234 Patienten und 56.423 Todesfällen unter die Lupe. Davon verstarben 11.512 an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 16.817 an Krebs. Die einzelnen Untersuchungen waren über Zeiträume zwischen vier und 26 Jahren angelegt.

Die Gesamtauswertung ergab, dass das Risiko eines frühzeitigen Todes je täglicher Portion Obst oder Gemüses um gut fünf Prozent sank. Eine Portion entsprach per Definition 80 Gramm. Im Umkehrschluss verringerte sich das Risiko bei fünf Portionen täglich um ganze 25 Prozent. Das Risiko, an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu versterben, sank ebenfalls um gut vier Prozent pro täglicher Portion. Mehr als fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag hatten auf der anderen Seite jedoch keinen zusätzlichen, messbaren Effekt auf die Sterblichkeit. Auch die Gefahr, an Krebs zu erkranken und zu versterben, war davon unbenommen.Vielmehr wiesen die Wissenschaftler darauf hin, dass „die negativen Auswirkungen von Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und hoher Alkoholzufuhr auf die Krebssterblichkeit auch weiterhin herausgestellt werden sollten“, berichtet Medical News Today.

Auch Heilpraxisnet merkt zum aktuellen Fazit an: „Allerdings lasse sich aus den Daten nicht direkt ableiten, ob der erhöhte Obst- und Gemüsekonsum für die verringerte Sterblichkeit verantwortlich ist, da die Forscher lediglich Beobachtungsstudien auswerteten. So könnten etwa Faktoren, die nicht hinreichend berücksichtigt wurden, entscheidend sein. Die Ernährungsforschung beschäftigst sich schon seit längerem mit der Frage, wie sinnvoll Beobachtungsstudien überhaupt sind. Im vergangen Jahr etwa äußerte sich der US-Medizinprofessor John Ioannidis, Stanford University, in einer Publikation des BMJ zum Dilemma der Ernährungswissenschaften. Er meinte, viele Studienergebnisse seien ‘völlig unglaubwürdig’ und auch eine ‘weitere Million Beobachtungsstudien’ würde keine endgültigen Lösungen liefern.“

Dass bei den untersuchten Studien entscheidende Faktoren möglicherweise außer Acht gelassen wurden, ist auch dem amerikanisch-chinesischen Team bewusst. Die Autoren sagen, dass weitere Studien definitiv nötig sind. Forscher müssten künftig noch stärkeres Augenmerk auf bestimmte Arten von Krebs und die Rolle der verschiedenen Gruppen von Obst und Gemüse bei der Beeinflussung der Sterblichkeit legen. Sie schreiben auch, dass weitere Studien erforderlich sind, um ihre Empfehlung von fünf Portionen pro Tag als Mittel zur Verringerung der Sterblichkeit zu bestätigen.

Die Erkenntnisse der Forscher decken sich übrigens nicht mit den bekannten Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Diese rät zwar ebenfalls zu fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Hier ist aber von mindestens 650 Gramm die Rede. Eine Portion entspricht also 130 Gramm. Kommuniziert wird das mit Hilfe der Kampagne „5 am Tag“. Anders sehen das auch britische Forscher vom University College London. In ihrer vor eiigen Monaten im Journal of Epidemiology and Community Health veröffentlichten Untersuchung kamen sie zu dem Schluss, dass es eigentlich sieben Portionen mit insgesamt 560 Gramm sein sollten, um einen echten Schutzeffekt zu erzielen.

Um gesund und fit durch den Winter zu kommen, sind vor allem den Frauen in Deutschland ausreichend Vitamine und viel frische Luft sehr wichtig. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Gesundheitsmagazins Apotheken Umschau achten drei Viertel der weiblichen Befragten (76,0 %) in der kalten Jahreszeit besonders darauf, möglichst viel frisches Obst und Gemüse zu essen (Männer: 59,9 %). In der Studie von der GfK Marktforschung Nürnberg wurden 2.008 Personen ab 14 Jahren befragt, darunter 1.024 Frauen und 984 Männer.

Jede Zweite geht möglichst oft an der frischen Luft spazieren (Frauen: 50,7 %; Männer: 45,4 %) – auch wenn es draußen mal kalt oder nass ist – und versucht zudem, möglichst viel zu schlafen und sich zu entspannen (Frauen: 47,2 %; Männer: 43,2 %). Frauen achten im Vergleich zu Männern im Winter auch vermehrt auf Hygiene und waschen sich besonders häufig und gründlich die Hände, um sich vor Ansteckungen durch Erkältungskeime zu schützen (Frauen: 46,5 %; Männer: 35,6 %). Jede Dritte (34,8 %) nimmt außerdem zusätzlich Vitaminpräparate ein, um Erkältungen vorzubeugen (Männer: 28,1 %).

 

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *