Medizintechnik

Smart-Skin: Silikonhaut spürt Wärme, Küsse und Streicheln

Erstmals ist es Forschern gelungen, eine künstliche Haut herzustellen, die genauso viel fühlen kann wie die menschliche Haut. Dazu haben die Forscher ein dehnbares Material mit Silikon und Golddrähten durchzogen. Rund 400 Sensoren pro Quadratmilimeter registrieren Berührung, Wärme und Feuchtigkeit: Damit ist die Haut theoretisch in der Lage, beispielsweise einen Kuss zu spüren.

Für ein natürliches Streichel-Gefühl erwärmt sich die künstliche Haut auf die menschliche Körpertemperatur. Mit rund 400 Sensoren pro Quadratmilimeter ist sie genau so sensibel wie die menschliche Haut. (Foto: Dae Hyeong Kim/Seoul National University)

Für ein natürliches Streichel-Gefühl erwärmt sich die künstliche Haut auf die menschliche Körpertemperatur. Mit rund 400 Sensoren pro Quadratmilimeter ist sie genau so sensibel wie die menschliche Haut. (Foto: Dae Hyeong Kim/Seoul National University)

Einem internationalen Forscherteam ist es gelungen, eine künstliche Haut herzustellen, die genauso viel fühlen kann wie die menschliche Haut. Dazu haben die Forscher ein dehnbares Material aus Silikon mit Golddrähten durchzogen. Rund 400 Sensoren pro Quadratmilimeter registrieren Berührung, Wärme und Feuchtigkeit: Damit ist die Haut theoretisch in der Lage, beispielsweise einen Kuss zu spüren.

Die hochauflösende Sensorik in der Polymerhaut ist durch ein dichtes Sensorennetz aus Silikon und ultradünnen Goldfäden gewährleistet. Eine Schlangenlinienstruktur macht die Haut zudem bis zu 20 Prozent dehnbar, berichtet die Fachzeitschrift Technology Review. Um die Haut noch natürlicher zu machen, sind zudem Hitzeleiter eingebaut, die die Haut auf die menschliche Körpertemperatur erwärmen.

„Menschliche Haut ist elastisch, weich und warm. Unsere Entwicklung hat die gleichen Eigenschaften“, so der Entwickler Dae-Hyeong Kim von der Universität im koreanischen Seoul gegenüber dem Magazin. „Wenn du diese Sensoren in hoher Auflösung um deinen Finger hast, kannst du die selbe taktile Empfindung spüren, die die normale Hand an das Hirn übertragen würde.“, fügt Mit-Entwickler Rhozbee Ghaffari vom Startup MC10 in Cambridge, Massachusets hinzu.

Noch arbeiten die Forscher daran, eine haltbare und belastbare Verbindung der Sensoren zum Nervensystem aufzubauen. Gelingt dies, so stünde fühlenden Prothesen oder Kuss-empfindlichen Robotern nicht mehr im Weg.

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