Konsum

Der Bier-Konsum in Deutschland steigt

Die Deutschen trinken wieder mehr Bier. Im vergangenen Jahr stieg der Pro-Kopf-Konsum um 400 Milliliter, so Zahlen des Deutschen Brauer-Bundes. Schuld seien dem Verband zufolge die Fußball-WM und das Wetter.

Fußball und gutes Wetter haben die Deutschen 2014 dazu animiert, ein großes Glas Bier mehr zu trinken als 2013. (Foto: Flickr/ dorena-wM)

Fußball und gutes Wetter haben die Deutschen 2014 dazu animiert, ein großes Glas Bier mehr zu trinken als 2013. (Foto: Flickr/ dorena-wM)

Die Deutschen trinken wieder mehr Bier. Der Pro-Kopf-Konsum stieg im vergangenen Jahr auf 107 Liter von 106,6 Liter im Jahr 2013, wie aktuelle Zahlen des Deutschen Brauer-Bundes zeigen. Der Absatz sei erstmals seit 2011 wieder gestiegen. Zu den Absatztreibern zählten demnach die Fußball-Weltmeisterschaft, der kurze Winter sowie das gute Wetter im Frühling und Frühsommer. Einen wichtigen Beitrag zur erfreulichen Entwicklung habe laut der deutschen Brauwirtschaft auch steigende Exportzahlen geleistet; besonders in China und den USA werden deutsche Biere immer beliebter.

Deutschland sei weiterhin die größte Brauerei-Nation in Europa. Die Gesamtproduktion der Brauereien für alkoholhaltige und -freie Biere habe 2014 bei rund 95 Millionen Hektoliter gelegen. 2013 war der Absatz der heimischen Brauereien nach Angaben des Statistischen Bundesamts mit 94,6 Millionen Hektoliter auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen.

Susanne Horn von der Neumarkter Lammsbräu ist sich sicher: „Bier steht vor einem Imagewandel hin zum Genussmittel. Die Qualität wird endlich wichtiger werden, die Herkunft der Rohstoffe, handwerkliche Braukunst – kurzum: Immer mehr Menschen wollen ein besonderes Bier mit Geschichte statt möglichst günstig trinken.“ „Die Verbraucher legen immer größeren Wert auf authentische Marken, die für höchste Qualität stehen“, stimmt Michael Weiß, Meckatzer Löwenbräu, zu. „Dies muss auch vor Ort in den Braustätten erlebbar sein.“

Der Bezug zur Region darf nicht fehlen. „Wir erwarten eine Dynamik hin zu mehr Qualität und Vielfalt. Damit verbunden ist auch eine zunehmende Bedeutung der Regionalität“, formuliert Sebastian Priller-Riegele, Brauhaus Riegele Augsburg. Verbundspräsident Georg Schneider, Weisses Bräuhaus G. Schneider, ergänzt: „Jedes Produkt, jede Strömung, jede Idee und jeder Brauer, der dazu beiträgt, dem Konsumenten eine große Auswahl an qualitativ hochwertigen Bieren mit einer Vielzahl von Geschmacksnuancen zu bieten, hat eine Berechtigung auf dem Markt und hilft uns, dass Bier wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerät. Und genau das ist entscheidend – über Bier und Bierkultur muss gesprochen werden.“

Die Gründe für den abnehmenden Bierdurst in den zurückliegenden Jahrzehnten sind ausführlich beschrieben worden. Sie reichen von einer älter werdenden Gesellschaft, mehr Single-Haushalten bis zu einem gesundheitsbewussteren Lebensstil. Diese Trends werden auch in Zukunft weiterwirken und den Konsum vermutlich weiter drücken. Doch die Brauer reagieren. So trinken Sportler zunehmend alkoholfreie, isotonische Biere, die dem Körper Nährstoffe zuführen. Noch bedeutender dürfte das Aufkommen zahlreicher kleiner, eigenständiger Brauereien sein, die sogenannte Craft-Biere herstellen. Sie setzen zehnmal mehr Hopfen ein als sonst üblich und verleihen den Bieren wieder einen unverwechselbaren Geschmack.

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