Gesundheitssystem

Patienten riskieren hohe Kosten bei Ablehnung der eGK

Auch ohne die neue elektronische Gesundheitskarte können Patienten in Deutschland behandelt werden. Dann nehmen sie jedoch hohe Kosten in Kauf. Wer keinen gültigen Versicherungsnachweis vorlegt, kann in die Schuldenfalle tappen.

Zahlreiche Versicherte lehnen die elektronische Gesundheitskarte ab. (Foto: Flickr/ wiseguy71)

Zahlreiche Versicherte lehnen die elektronische Gesundheitskarte ab. (Foto: Flickr/ wiseguy71)

Offiziell hat die alte „Chipkarte“ seit 1. Januar ausgedient. Kassenpatienten müssen als Versicherungsnachweis die neue elektronische Gesundheitskarte (eGK) vorlegen. Doch viele Versicherte haben aus unterschiedlichen Gründen noch keine eGK – oft, weil sie die Karte aus Datenschutzgründen ablehnen. Doch eine Behandlung ist auch ohne eGK möglich.

Versicherte können bei ihrer Krankenkasse einen Ersatznachweis der Versicherung anfordern. Dieser wird oft in Papierform ausgestellt. Dies gilt ebenso als Versicherungsnachweis beim Arztbesuch, sorgt allerdings dort unter Umständen für mehr Aufwand, weil Patientendaten umständlich eingetippt werden müssen, berichtet das 1A Verbraucherportal.

Selbst ohne Versicherungsnachweis ist die Behandlung möglich und kann zumindest bei Kassenärzten nicht abgelehnt werden. Allerdings ist hier einiges zu beachten, damit Versicherte nicht auf den Kosten sitzen bleiben.

Am wichtigsten: Innerhalb von zehn Tagen nach der Behandlung muss ein Versicherungsnachweis nachgereicht werden (in Form der eGK oder als Papiernachweis). Dann kann der Arzt wie gewohnt mit der Kasse abrechnen. Wer die 10-Tages-Frist verpasst, muss die Behandlungskosten zunächst selber auslegen. Dafür stellt der Arzt eine Rechnung aus. Der Rechnungsbetrag kann zurückerstattet werden (vom Arzt), wenn bis zum Ende desselben Quartals (der Behandlung) ein Nachweis nachgereicht wird. Dann erhält der Versicherte den zuvor Überwiesenen Rechnungsbetrag vom Arzt zurück (die Kasse übernimmt die Rechnung nicht!). Dieser rechnet dann erst mit der Kasse wie gewohnt ab.

Wer auch bis Quartalsende keinen Versicherungsnachweis vorgelegt hat, bleibt auf den Behandlungskosten sitzen. Besonders problematisch ist das, wenn die Behandlung gegen Ende des Quartals stattfindet. Dann ist nur wenig Zeit, den geforderten Nachweis rechtzeitig vorzulegen. Dies kann eine enorme finanzielle Belastung darstellen. Je nach Behandlung können vier- bis fünfstellige Beträge zusammen kommen Je nach Behandlung können vier- bis fünfstellige Beträge zusammen kommen, beispielsweise im Krankenhaus.

Es ist dringend ratsam, die elektronische Gesundheitskarte ausstellen zu lassen und zwar möglichst frühzeitig. Das erleichtert die Abrechnung der Behandlung und vermeidet unnötige finanzielle Belastungen durch Vorkasse oder Selbstzahlung.

Kommentare

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  1. Da ich meiner Krankenkasse partout kein Foto schicken werde, ich aber Grundsicherung beziehe, und ebenso völlig außerstande bin eine 10 Tagesfrist zu wahren, werde ich wohl eine Menge schulden ansammeln… – die ersten Tausender, lassen mich sicherlich verzweifeln, sobald ich aber im bereich 50.000+ angekommen bin, kann ich eigentlich auch eine „Sportart“ draus machen, – Wer knackt die Million ?

    Frage mich nur, wozu ich dann eigentlich noch versichert bin…

  2. Die Überschrift ist völliger Blödsinn. Das wollte mir meine KK auch weiß machen . selbst wenn der Arzt eine Rechnung ausstellt und den 2,8 – 6,5fachen Satz berechnet, gibt es Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren ! Auf den Kosten bleibe ich nur sitzen, wenn ich nicht versichert bin .
    Und außerdem ist die Behandlung nicht abhängig von einem Foto auf der Karte, sondern davon, daß Beiträge gezahlt werden. – DAS habe ich auch meine Krankenkasse geschrieben –

    • Übrigens…. wenn ein Arzt mir aufgrund des fehlenden Fotos die Behandlung verweigert, breche ich auf der Straße zusammen. Mal schauen, wie er dann reagiert, wenn die Polizei mit einer Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung in der Praxis auftaucht !