Ebola

Airbus führt Evakuierung von Patienten aus Ebola-Gebieten durch

Zahlreiche Helfer aus Deutschland kämpfen in Westafrika gegen die Ebola-Epidemie. Im Fall einer Erkrankung können sie mit einem Spezialflugzeug aus den Krisengebieten evakuiert werden. Ebola hat in den vergangenen sieben Monaten bereits über 8.000 Todesopfer gefordert.

Dringend benötigte Helfer können im Fall einer Ebola-Erkrankung schnell wieder aus den Krisengebieten evakuiert. (Foto: Flickr/ Peter Pearson/CC BY-SA 2.0)

Dringend benötigte Helfer können im Fall einer Ebola-Erkrankung schnell wieder aus den Krisengebieten evakuiert. (Foto: Flickr/ Peter Pearson/CC BY-SA 2.0)

Deutschland stellt dem freiwilligen Pool der EU ein eigens für die medizinische Evakuierung von Ebola-Patienten umgebautes Flugzeug zur Verfügung. Dies kündigte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in seinem Gespräch in Berlin mit dem für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement zuständigen Kommissar Christos Stylianides, Ebola-Koordinator der EU, an.

Der Medevac-Airbus „Robert Koch“ wurde im Rahmen der deutschen Maßnahmen im Kampf gegen Ebola in kürzester Zeit entwickelt und ist seit Dezember einsatzbereit. Das deutsche Flugzeug verfügt über eine Sonderisolierstation, die es bereits während des Evakuierungsfluges erlaubt, symptomatische Ebola-Patienten intensivmedizinisch zu behandeln. Über eine Anfrage über das EU-Katastrophenschutzverfahren soll es für die Evakuierung Ebola-infizierter internationaler Helfer in europäische Krankenhäuser eingesetzt werden.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte dazu: „Unser Ziel ist es, die Fähigkeiten der EU und ihrer Mitgliedsstaaten so zu stärken, dass wir künftig effizient und schnell auf internationale Epidemien reagieren können. Mit dem deutschen Airbus „Robert Koch“ wollen wir sicherstellen, dass europäische und internationale Helfer, die unter hohem persönlichem Risiko bereit sind, vor Ort Infizierte zu behandeln und gegen die Ausbreitung des Virus zu kämpfen, im Falle einer Erkrankung rasch evakuiert werden können.“

Stylianides ergänzte, die Ebola-Epidemie sei „nach wie vor eine akute Bedrohung, nicht nur für Westafrika. Wir müssen noch mehr tun.“

Zusätzlich zu finanzieller Hilfe in Höhe von 161 Millionen Euro hat Deutschland auch Ambulanzen, Fachkräfte, Ausstattung für Krankenhäuser, medizinische Hilfsgüter und logistische Unterstützung geliefert, an der Bereitstellung mobiler Labore mitgewirkt und medizinisches Personal entsandt. Das Land hat sich auch an Europas jüngsten Bemühungen beteiligt, die Ebola-Epidemie zu stoppen: Zusammen mit Belgien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich stellte Deutschland den betroffenen Ländern Westafrikas medizinische Hilfsgüter und Ausrüstung zur Verfügung, die Ende Dezember 2014 mit dem niederländischen Schiff Karel Doorman geliefert wurden.

Die bereits fast zehn Monate andauernde Ebola-Epidemie in Westafrika hat einen verheerenden Tribut gefordert. Mehr als 20.000 Menschen wurden infiziert, über 8.000 von ihnen starben in Liberia, Sierra Leone und Guinea, den drei am stärksten von der Epidemie betroffenen Ländern. Zusammen mit ihren Mitgliedstaaten hat die Europäische Kommission über 1,2 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe, Entwicklungshilfe und medizinische Forschung bereitgestellt. Als gemeinsame europäische Antwort haben die EU-Mitgliedstaaten Nothilfe und medizinisches Personal über den Europäischen Katastrophenschutz oder auf bilateraler Ebene entsandt.

Beim aktuellen Ausbruch der Viruskrankheit Ebola in Westafrika stellt der sehr hohe Bedarf an qualifiziertem, ausgebildetem medizinischen Personal nach wie vor eine der größten Herausforderungen dar. Um die internationalen medizinischen Fachkräfte mobiler zu machen und ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten, hat die EU ein medizinisches Evakuierungssystem, genannt Medevac, eingerichtet. Helfer, die in die betroffenen Gebiete reisen und sich hohen Risiken aussetzen, können im Falle einer Infektion in dafür ausgerüstete Krankenhäuser in Europa ausgeflogen werden. Einige Mitgliedstaaten wie das Vereinigte Königreich, Frankreich, Dänemark und Luxemburg haben bereits Vorkehrungen für eine Evakuierung getroffen oder Patienten aufgenommen.

In Deutschland sind seit Beginn der Ebola-Krise vier internationale Helfer zur Behandlung aufgenommen worden Das deutsche Flugzeug stärkt diese europäische Evakuierungskapazität beträchtlich, da es nun auch infizierten, bereits symptomatischen Helfern eine Evakuierung ermöglicht, bei der nicht wertvolle Zeit für eine Behandlung verloren geht, sondern eine umfassende, auch Intensivversorgung in der Sonderisolierstation des Flugzeugs ermöglicht wird. Die deutsche Airbus A340 „Robert Koch“ ist das einzige vorhandene Lufttransportsystem, mit dem Ebola-Kranke auch bei instabilem Zustand noch während der Evakuierung ihre Viruskrankheit vollwertig behandeln lassen können. Es ist mit einem für die Behandlung hochkontagiöser Krankheiten spezialisierten, zwölfköpfigen medizinischen Team besetzt und binnen 24 Stunden startbereit.

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