Ernährung

Milchprodukte können Diabetes-Risiko senken

Je höher der Milchkonsum, desto geringer das Diabetes-Risiko. Das trifft zumindest bei Menschen zu, die Milch gut vertragen. Milch und Milchprodukte sind hochwertige Eiweiß-, Fett-, Vitamin- und Mineralstoffquellen.

Neue Studien belegen gesundheitsfördernde Eigenschaften von Milch. (Foto: Flickr/Yvonne Brettnich/CC BY-ND 2.0)

Neue Studien belegen gesundheitsfördernde Eigenschaften von Milch. (Foto: Flickr/Yvonne Brettnich/CC BY-ND 2.0)

Wer viel Milch verträgt, kann durch den Verzehr das Diabetesrisiko senken. Drei Meta-Analysen prospektiver Beobachtungsstudien fanden ein vermindertes relatives Diabetesrisiko mit steigendem Konsum von Milch und Milchprodukten. In einer aktuellen Querschnittstudie zeigte sich eine verbesserte Glukosetoleranz und Insulinsensitivität mit steigendem Milchfettkonsum, was zur Verringerung des Diabetesrisikos beitragen könnte.

Milch und Milchprodukte sind hochwertige Eiweiß-, Fett-, Vitamin- und Mineralstoffquellen. Allerdings ist der Konsum dieser Lebensmittel zurzeit wieder einmal umstritten, wobei es den Kritikern häufig nicht (allein) um Menschen mit einer nachgewiesenen Unverträglichkeit geht, sondern um eine generelle Ablehnung, da Milch und Milchprodukte angeblich Zivilisationskrankheiten wie Diabetes fördern sollen.

Im Rahmen der IRAS-Studie (Insulin Resistance Atherosclerosis Study) wurde nach objektivierbaren Zusammenhängen zwischen dem Konsum von Milch und Milchprodukten (gemessen anhand milchtypischer Fettsäuren im Blut) und einer Neuerkrankung an Typ-2-Diabetes sowie Diabeteskennzeichen wie Insulinresistenz und ß-Zellfunktion gesucht.

Je mehr Milch und Milchprodukte verzehrt wurden, desto mehr Pentadecansäure fand sich im Blut der Probanden, desto geringer fiel ihr Diabetesrisiko aus und umso besser ihre Insulinsensitivität und ß-Zellfunktion. Milch ist jedoch kein Muss: Wer sie nicht mag oder nicht verträgt, kann sie auch weglassen.

Kuhmilch, frisch vom Bauernhof, kann zudem bestimmten Infekten vorbeugen, fanden Forscher heraus. Kinder, die im ersten Lebensjahr Rohmilch trinken, haben ein geringeres Risiko für Atemwegsinfekte, Durchfall, Fieber und Mittelohrentzündungen. „Wir vermuten, dass bestimmte Proteine in der Milch, die sogenannten Immunglobuline, das Immunsystem stärken“, erklärt Georg Loss, Allergologe am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München, im Apothekenmagazin Baby und Familie.

Doch vor dem Verzehr von Rohmilch muss auch gewarnt werden. „Sie kann gefährliche Krankheitserreger, zum Beispiel Listerien, enthalten. Das Risiko, sich mit schweren Krankheiten zu infizieren, ist zu groß“, so Loss. Sein Ziel: „Wir regen neue schonende Produktionsverfahren an, damit die guten Inhaltsstoffe erhalten bleiben.“

Zusammen mit Yoghurts, kann der Verzehr von Milch auch die Knochen vor Osteoporose schützen. Darauf deute eine Langzeitstudie der Universität Uppsala in Schweden mit mehr als 16.000 Probandinnen hin. Danach erlitten Frauen, die mehr als ein Glas Milch pro Tag tranken, mehr Knochenbrüche im Alter als Frauen, die wenig Milch konsumierten. Dafür hatten jedoch Teilnehmerinnen, die viel Käse oder Joghurt aßen, weniger Knochenbrüche als Teilnehmerinnen, die wenig fermentierte Milchprodukte konsumierten.

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