Pharma

Unternehmen lassen mehr Arzneimittel für seltene Krankheiten zu

Die Zahl der Zulassungen für Medikamente gegen seltene Krankheiten steigt. Die EU hatte im Jahr 2000 eine Verordnung beschlossen, die wirtschaftliche Anreize für die Forschung an seltenen Krankheiten fördern sollte.

Für viele seltene Krankheiten gibt es noch keine wirksamen Medikamente, weil sich die Forschung daran für die Pharmaindustrie nicht rentiert. (Foto: Martin Cathrae/CC BY-SA 2.0)

Für viele seltene Krankheiten gibt es noch keine wirksamen Medikamente, weil sich die Forschung daran für die Pharmaindustrie nicht rentiert. (Foto: Martin Cathrae/CC BY-SA 2.0)

Die von der europäischen Arzneimittelbehörde vorgelegten Zahlen zu Zulassungen für Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen (Orphan Drugs) machen deutlich, dass die pharmazeutische Industrie sich zunehmend der Herausforderung stellt, Arzneimittel für Krankheiten zu entwickeln, an denen nur wenige Menschen leiden. Die Zahl der Zulassungen steigt von Jahr zu Jahr. Insgesamt verdeutlichen die Zahlen der Zulassungsbehörde, dass die Innovationskraft der pharmazeutischen Industrie enorm groß ist.

Die im Jahr 2000 durch die EU eingeführte Gesetzgebung, die das Ziel hatte, der Entwicklung dieser sogenannten Orphan Drugs eine wirtschaftliche Grundlage zu geben, um die Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen zu verbessern, wirkt. Fast 50 Prozent der Neuzulassungen betreffen völlig neue Wirkweisen und Wirkstoffe, teilte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) mit.

„Diese Innovationen kommen sowohl von großen als auch aus Unternehmen, die eher mittelständisch strukturiert sind, oder sind in Kooperation mit kleinen, innovativen Biotechfirmen entstanden“, sagt Henning Fahrenkamp, Hauptgeschäftsführer des BPI. „Sie machen auch Hoffnung in Krankheitsfeldern, in denen es bis dato keine Therapien gab. Wichtig bleibt, dass diese positive Dynamik und Entwicklung nicht durch erstattungsrechtliche Hürden gefährdet wird, denn es gibt noch viele Krankheiten ohne Therapien.“

Insbesondere in der Krebstherapie gibt es viele Neuerungen. Aber auch seltene Erkrankungen wie die Duchenne-Muskeldystrophie oder die erythropoetische Protoporphyrie, eine seltene Erbkrankheit, die Licht-Intoleranz verursacht, können nun mit neuen Therapieoptionen angegangen werden. Zudem wurde ein speziell für Kinder geprüftes Arzneimittel von der EMA zugelassen. Insbesondere der Kampf gegen seltene Erkrankungen steht in Europa oben auf der Tagesordnung.

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