Ärztemangel

Regierung will Arzt-Niederlassungen stärker steuern

Die Bundesregierung hat noch kein adäquates Mittel gegen den Ärztemangel gefunden. Maßnahmen zur Schließung von Praxen bei einer Überversorgung in Städten laufen ins Leere. Anreize für neue Praxiseröffnungen in ländlichen Regionen gibt es nicht.

Der Mangel an niedergelassenen Ärzten in ländlichen Regionen führt dazu, dass die Politik aktiv wird. Die CDU/CSU schlägt daher vor, die Ankaufspflicht von Niederlassungen bei einer Überversorgung von 110 Prozent auf über 200 Prozent anzuheben. Damit will die Union die Niederlassung von Ärzten steuern.

Die Ankaufspflicht sieht vor, dass gesetzliche Krankenversicherungen Arztpraxen aufkaufen, sobald die ärztliche Versorgung in Städten 110 Prozent übersteigt. Doch in der Praxis greift die Regel kaum. Bundesweit wurde erst eine einzige Praxis angekauft. In Ballungsräumen wie in Freiburg oder Tübingen gebe es eine extreme Überversorgung, sagte CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich dem Ärzteblatt. Auf der anderen Seite gebe es einen Ärztemangel. Hennrich schränkt jedoch ein, dass es nicht zusammenpasse, dass Patienten per Gesetz schneller einen Termin erhalten, gleichzeitig aber Arztpraxen in Städten abgebaut werden sollen.

Die Ärzte wehren sich gegen die Regelung, unabhängig davon ob die Ankaufsgrenze bei 110 oder 200 Prozent liegt. Entscheidend sei der Versorgungsbedarf vor Ort, so der Vorstandsvorsitzende der Agentur deutscher Arztnetze, Veit Wambach. Immer mehr Menschen zögen in die Stadt: „Wenn wir nun heute in den Städten Arztsitze abbauen, werden diese Ärzte uns in Zukunft dort fehlen.“

Städte müssten zudem überversorgt sein, da sie ja die Patienten auf dem Land mit versorgten, sagt Werner Baumgärtner, Vorsitzender der Medi Geno Deutschland. Man könne nicht erwarten, dass Ärzte aufs Land ziehen, wenn ihnen die Niederlassung in der Stadt untersagt wird. „Die werden dann nirgends mehr hingehen“, sagte Baumgärtner.

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