Gesundheitswirtschaft

Konsumenten treiben Entwicklung des E-Health-Marktes voran

Durch die Nutzung von Gesundheits-Apps schaffen Konsumenten einen neuen Markt, der in den kommenden Jahren von Krankenhäusern und Versicherern aufgegriffen wird. Die Digitalisierung der Gesundheit bringt enormes Sparpotenzial für das gesamte Gesundheits-System.

Die Dynamik des digitalen Gesundheitsmarktes nimmt in den nächsten drei Jahren zu. (Infografik: Mücke, Sturm & Company )

Die Dynamik des digitalen Gesundheitsmarktes nimmt in den nächsten drei Jahren zu. (Infografik: Mücke, Sturm & Company )

Die Digitalisierung verändert das Gesundheitswesen grundlegend. In den nächsten Jahren wird der Markt rund um digitale Gesundheitsangebote stark wachsen. Deutschland hält 15 Prozent am weltweiten Markt für digitale Gesundheitsangebote. In Deutschland sollen damit bis 2017 ca. drei Milliarden Euro erwirtschaftet werden.

Bis 2018 soll es weltweit über 1,7 Milliarden Nutzer von Gesundheits-Apps geben. Das Sparpotenzial für das Gesundheits-System beträgt dann jährlich 200 Milliarden Euro. Allein die Zahl der Krankenhausaufenthalte, die durch mobile Gesundheitstechnik eingespart werden kann, beläuft sich Schätzungen zufolge auf 168 Millionen Tage.

Derzeit bestimmen Patienten und Konsumenten das Wachstum des Marktes. Doch aufgrund des enormen Sparpotenzials werden Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte nachziehen und ihre Medizintechnik für die neuen mobilen Standards fit machen. Zuletzt profitieren, Krankenkassen und Versicherungen von den gesammelten Daten, die eine maßgeschneiderte Auswertung auf den Patienten mit individuellen Produkten ermöglichen.

Diese Entwicklung stellt ein großes Potenzial für alle Marktteilnehmer dar. Zukünftig müssen Unternehmen auf ein verändertes Patientenverhalten reagieren und die Chancen der Digitalisierung nutzen. Apps im Gesundheitsmarkt behandeln die Themenbereiche Blutdruck, Gewichtsreduzierung und Herzfrequenz, fasst die Managementberatung Mücke, Sturm & Company in einer Infografik zum Digital Health Markt zusammen.

Auf dem Weg zur elektronischen Übermittlung von Patientendaten sind die USA am weitesten fortgeschritten. In Deutschland regt sich noch viel Widerstand gegen die Implementierung des Telematik-Systems für die neue elektronische Gesundheitskarte, die die Patientendaten automatisch an Ärzte und Kassen weiterleitet. Doch einer Umfrage zufolge sind dennoch bereits 45 Prozent der Deutschen bereit, Smartphones für die digitale Übertragung von Gesundheitsdaten zu nutzen.

Mobile Gesundheitsprodukte und -dienste nehmen eine wichtige Rolle ein. Schon heute gibt es eine Vielzahl von mobilen Apps zum Thema Gesundheit in den App Stores. Das veränderte Verhalten digital affiner Kundengruppen ist ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung. Umfragen zeigen, dass nicht nur Konsumenten, sondern auch medizinische Leistungserbringer und Kostenträger ein starkes Interesse an Angebot und Nutzung von mobilen Angeboten aufweisen.

Sie erhoffen sich dadurch eine Umsatzsteigerung durch die Erstellung neuer Geschäftsmodelle in den wachsenden Digital Health Marktsegmenten. Effizienzsteigerung durch Prozessoptimierung und -neugestaltung können daraus ebenso entstehen wie erhöhte Informationsverfügbarkeit basierend auf interner Digitalisierung

Unternehmen müssen ihr Angebot differenzieren und sich vom Wettbewerb deutlich abgrenzen. Die Sammlung und Auswertung von Daten zum Kundenverhalten darf nur unter starker Berücksichtigung von Datensicherheits- und Datenschutzaspekten erfolgen. Patienten sollte ein Anreiz gegeben werden, ihre Gesundheit zu verbessern und Gesundheitsausgaben zu reduzieren.

Digital affine Patienten möchten mehr Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen, was sich in dem stark wachsenden Interesse an Fitness-Apps und Gesundheits-Trackern zeigt. Medizinische Leistungsbringer begegnen zunehmend Patienten, die sich vor ihrem Arztbesuch bereits online über ihre Symptome und mögliche Krankheiten informiert haben.

Lag die Hoheit über medizinische Daten und Informationen und deren Deutung traditionell beim Arzt, so wollen sich digital affine Patienten ein eigenes Bild von ihrem Gesundheitszustand machen und fordern mehr Transparenz von ihren Ärzten.  Auch die Auswahl eines medizinischen Leistungserbringers erfolgt zunehmend an den Orten digitaler Interaktion – den sozialen Netzwerken. Dort wird die Meinung anderer Patienten gesucht, um diese in die eigene Entscheidung einfließen zu lassen. Doch auch nach einer medizinischen Behandlung möchten digital affine Patienten mit medizinischen Leistungserbringern verbunden bleiben. Sie wünschen sich Zugang zu ihrer Patientenakte, Kommunikationskanäle für Rückfragen und weiterführende Betreuungsmöglichkeiten.

Die Grundlage für digitale Angebote zur Effizienz- und Qualitätssteigerung stellen technologische Lösungen wie Krankenhausinformationssysteme, klinische Datamining-Lösungen und Business Intelligence Tools dar. Das volle Potenzial von Digitalisierung kann nur dann genutzt werden, wenn die notwendigen technischen Fähigkeiten vorhanden sind. Um Digitalisierung wertsteigernd für das eigene Unternehmen einzusetzen, bedarf es einer umfassenden digitalen Strategie.

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