Medizintechnik

Oktopus-Roboter hilft Chirurgen bei OP

Roboter halten Einzug in die Chirurgie. Sie sind so beweglich wie die Tentaktel eines Oktopus. Moderne Gehhilfen ermöglichen Gelähmten den aufrechten Gang. Das bionische Zeitalter hat begonnen. Maschinen können dem Menschen bald auch übermenschliche Kräfte verleihen.

Sehr beweglich und sehr stark: Medizintechnik nimmt sich die Natur zum Vorbild. (Foto: Wolfgang Dirscherl  / pixelio.de)

Sehr beweglich und sehr stark: Medizintechnik nimmt sich die Natur zum Vorbild. (Foto: Wolfgang Dirscherl / pixelio.de)

Foscher vom King’s College in London entwickeln Roboter-Arme, die den Armen von Kraken nachempfunden sind. Die Tentakel der wirbellosen Tiere sind extrem beweglich, können aber auch starr werden. Nach diesem Vorbild sollen künftig chirurgische Hilfen funktionieren. Biologie und Robotik verschmelzen miteinander und bringen das Zeitalter der Bionik hervor.

Roboter übernehmen immer mehr Aufgaben in der Gesellschaft und nehmen einen größeren Teil im Leben der Menschen ein, berichtet Andrew Ward für die FT. Die neuen Roboter-Arme sind der nächste Schritt in der medizinischen Forschung. Die Medizintechnik hat in den vergangenen Jahren bereits enorme Fortschritte gemacht und Präzisions-Werkzeuge, chirurgische Innovationen und Prothesen aller Art hervorgebracht.

Im Centre of Robotics Research des Londoner King’s College arbeiten die Wissenschaftler an den weichen Roboter-Teilen, die den Tentakeln des Tintenfischs nachempfunden werden. Dieser weiche Roboter-Arm (siehe Video am Ende des Artikels) ist seinen Vorgängern, die nur mit starren Gelenken auskommen, sehr weit überlegen. Der Roboter-Arm soll chirurgische Eingriffe wie die Mikroskopie weiter entwickeln. Die Technologie könnte den Chirurg präzise an die zu operierende Stelle heranführen. Komplexe Operationen könnten minimal-invasiv durchgeführt werden.

Die Kommerzialisierung des Tintenfisch-Arms ist noch Jahre entfernt, da sich die Chirurgie mit Roboter-Unterstützung noch in den Kinderschuhen befindet. Chirurgen müssen den Umgang mit den Geräten erst erlernen und Forschern ein Feedback für Verbesserungen und Modifikationen geben. Denn die Medizintechnik bleibt ein Assistent. Der Chirurg muss immer noch selbst schneiden und operieren.

Doch außerhalb der Chirurgie, im Bereich der Prothesen, hat das bionische Zeitalter bereits begonnen. Dank neuen Gehhilfen können sogar Gelähmte wieder laufen. Die Bionik beschäftigt sich mit dem Übertragen von Phänomenen der Natur auf die Technik. Seit Leonardo da Vinci besteht die Idee, den Vogelflug auf Maschinen zu übertragen. Im eingebetteten Video wird der Vorgang des menschlichen Gangs von der Gehhilfe übernommen. Menschen können wieder aufrecht gehen und einer Arbeit nachgehen. Die Mobilisierung durch den Stand und den aufrechten Gang lindert auch Folgeerkrankungen des Kreislaufs oder Diabetes, die im Zusammenhang mit langem Sitzen oder liegen einhergehen. Die Gehhilfe kostet derzeit noch etwa 90.000 britische Pfund.

Für 13.000 Pfund gibt es bereits eine günstigere Version des Gehroboters. Die Maschine wird an nur ein Bein angebracht und hilft Patienten nach einem schweren Unfall mit der Rehabilitation. Schwächere Gliedmaßen können so verstärkt werden, dass ein aufrechter Gang schneller wieder möglich wird.

Denkt man diesen Prozess zu Ende, so wird es in naher Zukunft möglich sein, mit Medizintechnik und Prothesen übermenschliche Kräfte zu verleihen.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *