Gesundheitswirtschaft

Viele Krankenkassen erstatten auch rezeptfreie Medikamente

Den meisten Versicherten ist nicht bewusst, dass Krankenkassen seit drei Jahren Satzungsleistungen wie zum Beispiel rezeptfreie Medikamente erstatten dürfen. 60 Prozent aller Krankenkassen erstatten die sogenannten OTC-Präparate im Rahmen von Satzungsleistungen.

Manche Krankenkassen übernehmen auch homöopathische Medikamente. Foto: (birgitta hohenester  / pixelio.de)

Manche Krankenkassen übernehmen auch homöopathische Medikamente. Foto: (birgitta hohenester / pixelio.de)

Weniger als die Hälfte aller Versicherten weiß, dass ihre Krankenkasse OTC-Arzneimittel als Satzungsleistung erstattet. Seit 2012 dürfen Krankenkassen rezeptfreie, apothekenpflichtige Medikamente – sogenannte OTC-Arzneimittel (over the counter) – erstatten. Basis dafür sind kassenindividuell festgelegte Satzungsleistungen. Aktuell erstatten etwa 60 Prozent der Krankenkassen ihren Versicherten OTC-Arzneimittel im Rahmen von Satzungsleistungen.

Die wenigsten Kassen werben jedoch aus Kostengründen mit dieser Leistung. Meist kommen nur Versicherte, die sich beraten lassen und nach Erstattungsmöglichkeiten fragen in den Besitz dieser Informationen. Im Rahmen der Krankenkassen-Reform dürfen Versicherungen wieder Zusatzbeiträge erheben. Versicherte, die deswegen die Kasse wechseln wollen und dies offen kommunizieren, werden gezielt auf Möglichkeiten aufmerksam gemacht, Versicherungsbeiträge zu sparen und Leistungen erstattet zu bekommen.

Wer nicht aktiv wird, weiß in der Regel nicht, dass die Krankenkasse bestimmte Kosten übernimmt. Dies zeigen aktuelle Ergebnisse des Deutschen Gesundheitsmonitors des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH). Demnach weiß mehr als die Hälfte der Befragten nicht über das Thema Satzungsleistungen Bescheid und nur etwa jeder Vierte weiß, dass seine Krankenversicherung entsprechende Satzungsleistungen anbietet. Der BAH hat eine Übersicht über die einzelnen Leistungen der Krankenkassen zusammengestellt.

Gesetzlich Versicherte können ihre Apothekenrechnung zusammen mit der ärztlichen Verordnung (zum Beispiel einem Grünen Rezept) zur Erstattung bei ihrer Krankenkasse einreichen. Die Höhe der Erstattung variiert je Kasse. Zudem gibt es bei den meisten Kassen Budgetgrenzen, bis zu der die Kasse die Kosten übernimmt. Auch die Leistungen selber unterscheiden sich deutlich. Manche Krankenkassen erstatten hierbei nur anteilig die Kosten für die besonderen Therapierichtungen, wie pflanzliche, homöopathische oder anthroposophische Arzneimittel. Andere Kassen erstatten wiederum alle OTC-Arzneimittel, allerdings nur in der Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen. Bei Kindern bis 12 Jahre erstatten die Krankenkassen die Kosten für OTC-Arzneimittel ohnehin im Rahmen der sogenannten Regelversorgung.

OTC-Arzneimittel haben als sichere, wirksame und gut verträgliche Medikamente seit jeher einen hohen Stellenwert in der Arzneimitteltherapie. Sie genießen bei Patienten wie auch Ärzten einen guten Ruf. Daher setzen gerade viele Hausärzte diese Arzneimittel zur Behandlung von Erkrankungen ein. Dies ist nicht nur bei Erwachsenen, sondern gerade auch bei Kindern und Jugendlichen von großem Vorteil.

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