Gesundheitskosten

Umweltgifte kosten Europas Gesundheitssysteme Milliarden

Forscher haben aktuell die wirtschaftliche Belastungen durch schädliche Chemikalien für das Gesundheitssystem berechnet.

Die Folgekosten der chemischen Umweltbelastung trägt vor allem das Gesundheitssystem. (Foto: flickr/Global 2000)

Die Folgekosten der chemischen Umweltbelastung trägt vor allem das Gesundheitssystem. (Foto: flickr/Global 2000)

Verbreitete Chemikalien, die zu Störungen des menschlichen Hormonsystems führen, verursachen durch die Schädigung der Gesundheit jährlich in Europa Kosten in Höhe von mehr als 150 Milliarden Euro. Aktuelle Forschungsergebnisse gehen von erheblichen wirtschaftlichen Belastungen durch Chemikalien in Pestiziden, Plastik und Flammschutzmitteln aus. Laut den Experten der New York University sind diese Schätzungen aber noch zurückhaltend.

Die Forschungsergebnisse wurden auf der Jahrestagung der Endocrinology Society der Öffentlichkeit vorgestellt. Experten argumentierten, dass es sich um fundierte Vermutungen handelt. Endokrin wirksame Substanzen – so genannte EDCs – können den Hormonen, die die Physiologie des Körpers kontrollieren, ähnlich sein und daher ihre Funktion nachahmen. Sie können aber auch die Funktion dieser Hormone blockieren.

EDCs wurden in der Vergangenheit bereits mit sinkenden Spermienzahlen, einigen Krebsarten, Beeinträchtigungen der Intelligenz, Fettleibigkeit und Diabetes in Zusammenhang gebracht. Die stärksten Bedenken bestehen hinsichtlich ihrer Auswirkungen in der Kindheit. Laut den Autoren würde eine Einschränkung des Kontakts entscheidende Vorteile bringen. Bisphenol A wurde in der EU bereits aus Babyflaschen und Kinderspielzeugen verbannt.

Mathematische Modelle gehen davon aus, dass in den 27 EU-Staaten Kosten in Höhe von 157 Mrd. Euro pro Jahr entstehen können. Sie könnten jedoch auch deutlich höher ausfallen. Darin sind die Kosten für Gesundheitsversorgung und verlorenes wirtschaftliches Potenzial enthalten.

Die meisten Kosten verursachen mit 132 Mrd. Euro die neurologischen Auswirkungen wie Beeinträchtigungen der Intelligenz. Die größten wirtschaftlichen Folgen werden mit 120 Mrd. Euro von Pestiziden verursacht. Mit 26 Mrd. Euro folgen Chemikalien, die in Plastik enthalten sind, und Flammschutzmittel mit 9 Mrd. Euro. Rund 13 Millionen IQ-Punkte gehen in Europa verloren. 59.300 Fälle von geistiger Behinderung können auf EDCs zurückgeführt werden.

Viele der Krankheiten, die mit EDCs in Zusammenhang gebracht werden, werden jedoch auch durch andere Umweltfaktoren beeinflusst. Einigen Forschern nach seien die Werte in der Umwelt wiederum nicht hoch genug, um die Gesundheit zu beeinflussen. Das internationale Team räumt aber eine gewisse Unsicherheit ein. Die Verfahren des International Panel on Climate Change wurden adaptiert, um Unsicherheiten mit möglichen Folgen auszugleichen.

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