Gesundheitswirtschaft

Fehlende Vernetzung: Gesundheitssystem entgehen Milliarden

Die digitalte Vernetzung im Gesundheitswesen kann Milliarden einsparen. Allein in den USA sollen in den nächsten 15 Jahren 63 Milliarden US-Dollar gespart werden. In Deutschland kommt die Vernetzung der Gesundheitssysteme nur schleppend voran. Fehlende Datenschutzbestimmungen und die Angst vor dem Missbrauch der sensiblen Gesundheitsdaten verhindern die Ausschöpfung des Sparpotenzials.

Die industrielle und die digitale Welt verschmelzen miteinander. (Grafik:  General Electric/Evans/Annunziata)

Die industrielle und die digitale Welt verschmelzen miteinander. (Grafik: General Electric/Evans/Annunziata)

Das Internet der Dinge verspricht große Einsparungen im Gesundheitssektor. Die Vernetzung des Gesundheitswesens soll weltweit laut einer Schätzung von General Electric über einen Zeitraum von 15 Jahren um 63 Milliarden US-Dollar entlasten, die Ausrüstungskosten könnten sich um 15 bis 30 Prozent reduzieren.

Doch Sicherheitsaspekte müssen bei vernetzten medizinischen Geräten von Anfang an berücksichtigt werden. Die sensiblen Geräte und Gesundheitsdaten werden durch die Netzanbindung auch zu attraktiven Zielen für Cyber-Attacken.

Der Report „Internetfähige Geräte im Gesundheitswesen“ von Intel Security und Atlantic Council beleuchtet diesen Bereich des „Internets der Dinge“ (IoT) und enthält Empfehlungen für Industrie, Regulierungsbehörden sowie Ärzte.

In Krankenhäusern, Arztpraxen und bei Krankenkassen werden immer mehr Daten erfasst und auch zwischen Geräten automatisch ausgetauscht. Dazu gehören sowohl stationäre, als auch tragbare und sogar zeitweise oder dauerhaft in den menschlichen Körper eingebettete Geräte. Ziel ist es, die Behandlung und Überwachung effektiver und kostengünstiger zu gestalten sowie die Lebensqualität und das Wohlbefinden der Patienten zu steigern.

„Wenn ein vernetztes medizinisches Gerät wie eine Insulinpumpe mit einer Person verbunden ist, können die ausgetauschten Gesundheitsinformationen die Behandlung verbessern“, sagt Hans-Peter Bauer, Vize-Präsident von Intel Security. „Genauso einschneidend können aber auch die Folgen von Einbrüchen in die Privatsphäre oder die Netzwerke sein. Die Sicherheit sollte von Anfang an in das gesamte Gesundheits-Ökosystem integriert werden: vom Gerät über das Netzwerk bis ins Rechenzentrum.“

Der Bericht zeigt mehrere Risiken auf, denen ein vernetztes Gesundheitswesen ausgesetzt ist. Dazu gehören der Diebstahl von persönlichen Informationen, vorsätzliche Manipulation, Schädigung von Geräten, Netzzusammenbrüche und unvorhergesehenes Versagen. Um die Innovationen der Vernetzung nicht zu bremsen und dennoch Sicherheitsrisiken zu minimieren, sollten Sicherheitsfunktionen von Anfang an in Geräte und Netzwerke integriert werden.

Die Zusammenarbeit zwischen privaten Einrichtungen untereinander sowie zwischen privaten und öffentlichen Institutionen muss weiter verbessert werden. Die Regierung kündigte ein Forschungsprogramm für IT-Sicherheit an. Darin geht es um einen besseren Schutz persönlicher Gesundheitsdaten im vernetzten Krankenhaus, bei der computergestützten Chirurgie oder für Fitness-Apps und anderen Wearables.

Die Zulassungsprozesse für Medizinprodukte müssen weiterentwickelt werden, um bessere Anreize für Innovationen zu entwickeln und es Organisationen im Gesundheitswesen zu ermöglichen, ordnungspolitische Ziele zu erreichen und den Schutz des öffentlichen Interesses zu gewährleisten.

Es sollte eine unabhängige Vertretung für die Allgemeinheit geschaffen werden, die sich für die Belange der Patienten und ihrer Familien einsetzt. Deren Ziel sollte es sein, an einem guten Kompromiss aus Effizienz, Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit mitzuarbeiten.

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