Therapie

Forscher entwickeln App gegen Depressionen

Eine neue Smartphone-App zählt die Anrufe und sozialen Kontakte der Nutzer und empfiehlt Maßnahmen, die eine depressive Verstimmung verhindern können. Wer zu wenige soziale Kontakte pflegt, muss einen Spaziergang machen oder einen Freund anrufen.

Eine App meldet sich, wenn der Nutzer nicht mehr mit seinem sozialen Umfeld kommuniziert. (Foto: Flickr/ Syed Ikhwan/CC BY 2.0)

Eine App meldet sich, wenn der Nutzer nicht mehr mit seinem sozialen Umfeld kommuniziert. (Foto: Flickr/ Syed Ikhwan/CC BY 2.0)

Forschende des UniversitätsSpitals Zürich haben eine App zur Früherkennung von Depressionen entwickelt. Betroffene werden damit mobil, alltagsnah und mit individuellen Verhaltensempfehlungen unterstützt. Die Verhaltensempfehlungen der App basieren auf medizinischen und verhaltenstherapeutischen Grundlagen zur Behandlung von Depressionen und betreffen die Bereiche: Körper, Gedanken, Entspannung und Soziales

Depressionen beginnen oft schleichend, das frühzeitige Erkennen erster Symptome ist jedoch für den Verlauf der Krankheit entscheidend. An diesem Punkt setzt das Entwicklerteam der MOSS App um die Psychiaterin Steffi Weidt von der UniversitätsSpital Zürich und Elgar Fleisch von der ETH Zürich und der Universität St. Gallen an.

Ziel der App ist es, eine beginnende Depression frühzeitig zu erkennen und individuelle Verhaltensempfehlungen zu geben, um die Depression abzuschwächen oder sogar zu vermeiden. Die App nutzt die zeitlich und örtlich unbeschränkte Verfügbarkeit (Mobile) von Smartphones, um Menschen mit einer depressiven Verstimmung möglichst alltagsnah und individuell zu unterstützen. Dafür erfasst, sammelt, und analysiert (Sensing) sie laufend Daten, und gibt anhand von Algorithmen ermittelte individuelle, an die Situation angepasste Verhaltensempfehlungen ab (Support). Diese Empfehlungen basieren auf medizinischen und verhaltenstherapeutischen Grundlagen zur Behandlung von Depressionen und betreffen die vier Bereiche: Körper, Gedanken, Entspannung und Soziales.

Energie- und Antriebslosigkeit sind typische Begleiterscheinungen von depressiven Verstimmungen. Die App erfasst deshalb unter anderem Informationen zur körperlichen Aktivität (Bewegung zu Fuss) oder zu sozialen Kontakten, wie etwa die Anzahl der Anrufe oder Chatunterhaltungen. Aus diesen Angaben erkennt die App, dass ein Nutzer in den letzten Tagen das Haus nur selten verlassen hat und keine sozialen Kontakte mehr pflegt. Basierend auf diesen Informationen empfiehlt die App einen Spaziergang an der frischen Luft oder sich bei einer Freundin zu melden, um mit positiven Aktivitäten die Symptome zu überwinden oder sich präventiv vor einer Depression zu schützen.

Therapien sind vor allem im Fall von Depressionen mittlerweile sehr erfolgreich und können das Risiko eines Selbstmords deutlich senken (siehe dazu Informationen der Deutschen Depressionshilfe).

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