Gesundheitskosten

Gesundheitsausgaben wachsen schneller als die Wirtschaft

Die Gesamtausgaben im Gesundheitswesen steigen schneller als das Bruttoinlandsprodukt. Private Haushalte wurden aber trotzdem durch den Wegfall der Praxisgebühr entlastet. Den größten Anteil an den Kosten tragen die Krankenkassen, gefolgt von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen

Der Wegfall der 10 Euro Praxisgebühr entlastet die privaten Haushalte. (Foto: Flickr/Images Money/CC BY 2.0)

Der Wegfall der 10 Euro Praxisgebühr entlastet die privaten Haushalte. (Foto: Flickr/Images Money/CC BY 2.0)

Im Jahr 2013 wurden insgesamt 314,9 Milliarden Euro für Gesundheit in Deutschland ausgegeben. Das entspricht einem Anstieg von 12,1 Milliarden Euro oder vier Prozent gegenüber dem Jahr 2012. Auf jeden Einwohner entfielen 3.910 Euro. Das sind 140 Euro mehr als im Vorjahr. Private Haushalte wurden durch den Wegfall der Praxisgebühr entlastet.

Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt lag 2013 bei 11,2 Prozent. Im Jahr 2012 hatte dieser Wert 11,0 Prozent betragen (2011: 10,9 %). Die Ausgaben des Gesundheitswesens steigen also schneller als das Bruttoinlandsprodukt, teilt das Statistische Bundesamt mit.

Die gesetzliche Krankenversicherung war 2013 der größte Ausgabenträger im Gesundheitswesen. Ihre Ausgaben beliefen sich auf 181,5 Milliarden Euro und lagen somit um 9,1 Milliarden Euro oder 5,3 Prozent über den Ausgaben des Vorjahres.

Private Haushalte und private Organisationen mussten durch den Wegfall der Praxisgebühr weniger zahlen. Ihr Anteil schrumpfte auf 13,6 Prozent (2012: 14,2), das entspricht einem Rückgang von 200 Millionen Euro oder 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Anteil der privaten Krankenkassen blieb mit 9,2 Prozent unverändert. Auf sie entfielen 28,9 Milliarden Euro. Dies bedeutet einen Anstieg von 900 Millionen Euro oder 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Ausgaben für Güter und Dienstleistungen im ambulanten Bereich betrugen 2013 etwa 155,5 Milliarden Euro und machten wie im Jahr 2012 mit 49,4 Prozent fast die Hälfte der Ausgaben aus. Gegenüber dem Vorjahr stiegen sie mit 4,1 Prozent leicht überdurchschnittlich.

Die stärksten Anstiege gibt es bei ambulanten Pflegeeinrichtungen, die Ausgaben steigen um 9,0 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro und bei den Praxen sonstiger medizinischer Berufe, wie zum Beispiel physio-, sprach- oder ergotherapeutischen Praxen, mit + 5,9 Prozent auf 11,0 Milliarden Euro sowie beim Gesundheitshandwerk/Einzelhandel mit ebenfalls + 5,9 % auf 17,6 Milliarden Euro zu verzeichnen.

Auf den stationären Sektor wie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen entfielen wie im Vorjahr 37,7 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben. Hier stiegen die Ausgaben um 4,6 Milliarden Euro oder 4,1 Prozent auf 118,7 Milliarden Euro. Die wichtigsten Einrichtungen waren die Krankenhäuser (+ 4,4 % auf 82,4 Milliarden Euro), gefolgt von den Einrichtungen der Pflege (+ 4,4 % auf 27,6 Milliarden Euro). Unverändert blieben die Ausgaben in den Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen mit 8,7 Milliarden Euro.

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