Gesundheitswirtschaft

Apobank: Krankenkassen klagen zu Unrecht über zu viele Arzt-Praxen

Niedergelassene Ärzte in Deutschland haben gut zu tun. Die Apobank berichtet, dass die Kredite für neue Praxen gut laufen. Das lässt Zweifel an der Überversorgung in Ballungsgebieten aufkomen, die von den Krankenkassen propagiert wird.

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hält die Klagen der Krankenkassen über eine zu hohe Praxis-Dichte in Ballungsgebieten für übertrieben. Auch für neue Arztpraxen gebe es genügend Bedarf. „Die Ärzte sind gut beschäftigt“, sagte Vorstandssprecher Herbert Pfennig der Nachrichtenagentur Reuters. Nur 0,2 Prozent aller Kredite, die die apoBank für Praxis-Neugründungen ausgibt, geraten in Schieflage.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe will mit dem Versorgungsstärkegesetz tausende Arztpraxen in großen Städten schließen und sie in Regionen verlegen, in denen Unterversorgung herrscht. Eine Änderung der Bedarfsplanung ist im Gespräch. Der apoBank zufolge ist das nicht nötig. Sie profitiert vom wachsenden Gesundheitsmarkt.

Die Bank erzielte im Geschäftsjahr 2014 ein Betriebsergebnis vor Steuern in Höhe von 133,8 Millionen Euro und übertraf damit das Vorjahresergebnis von 89,3 Millionen Euro deutlich. Auch der Jahresüberschuss nach Steuern stieg auf 54,5 Millionen Euro, 2013 waren es nur 47,4 Millionen Euro.

In den Jahren der Finanzkrise 2007 und 2008 musste die apoBank bis zu 1,7 Milliarden Euro durch fehlgeschlagene Spekulationen abschreiben. „Das Kapitel Finanzmarktkrise hatte die apoBank im Mai 2014 mit dem vollständigen Abbau des Teilportfolios Strukturierte Finanzprodukte endgültig abgeschlossen“, teilt die Bank mit. Damit einhergehend stiegen die Eigenkapitalquoten der apoBank im Jahr 2014 weiter an. Die ermittelte Eigenmittelquote lag zum Bilanzstichtag bei 25,0 Prozent.

Mit Blick auf das laufende Jahr geht die Bank davon aus, dass das wirtschaftliche und regulatorische Umfeld sowie der Wettbewerb für Finanzinstitute anspruchsvoll bleiben werden.

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