Krankenversicherung

Private Versicherung: Preis und Leistung passen nicht zusammen

Eine Studie ergab, dass der günstigste und teuerste private Krankenversicherer vergleichbare Leistungen erbringen. Beim Wechsel der privaten Kasse können Versicherte bis zu 50 Prozent der Beiträge sparen.

Private Krankenversicherer müssen nicht teuer sein. (Foto: Flickr/Dennis Skley/CC BY-ND 2.0)

Private Krankenversicherer müssen nicht teuer sein. (Foto: Flickr/Dennis Skley/CC BY-ND 2.0)

Hohe Beiträge garantieren nicht den besten Versicherungsschutz, die Preise und Leistungen von privaten Krankenversicherern weichen stark voneinander ab. Ein Wechsel der Krankenkasse kann Ersparnisse von bis zu 50 Prozent bei den Beiträgen ergeben, ergibt eine Studie des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ) im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv.

Eine sehr hohe Beitragsersparnis von bis zu 56 Prozent war im Bereich der Grundabsicherung möglich. Allerdings variierten hier die Tarifleistungen vergleichsweise stark. Die insgesamt besten Ratings erzielten der Standardschutz: Rund 37 Prozent der Tarife boten hervorragende Versicherungsleistungen.

„Ein guter Versicherungsschutz ist nicht automatisch teuer“, sagte Markus Hamer, Geschäftsführer beim DISQ. . Die Studie zeige, dass der günstigste und der teuerste Versicherer einen Tarif mit gleich gutem Leistungsniveau anbiete.

Deutliche Mängel gibt es bei der telefonischen Beratung: In mehr als der Hälfte der Gespräche erhielten die Kunden am Telefon nur unvollständige Auskünfte. In rund sechs Prozent der Beratungen wurden sogar falsche Angaben gemacht, beispielsweise bei Fragen zur Versicherungspflicht- und zur Beitragsbemessungsgrenze.

Der Email-Service hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas verbessert, doch die Antwort auf eine E-Mail-Anfrage ließe noch immer zu lange auf sich warten, so Hamer. „Im Schnitt mussten sich die Kunden fast 34 Stunden gedulden, bis der Versicherer reagierte.“

Das DISQ testete 20 bedeutende private Krankenversicherer, die allen Berufsgruppen offenstanden und mehr als 80.000 vollversicherte Mitglieder hatten. Barmenia erzielte als einziges Unternehmen das Qualitätsurteil „sehr gut“ und wurde Testsieger. Der Versicherer Deutscher Ring sicherte sich das Gesamturteil „gut“ und nahm damit den zweiten Rang ein. Auf dem dritten Rang im Gesamtergebnis platzierte sich Münchener Verein.

Die Servicequalität wurde bei jedem Anbieter anhand von jeweils zehn verdeckten Telefon- und E-Mail-Tests ermittelt. Zudem wurden je Unternehmen zehn Prüfungen der Internetauftritte durch geschulte Testnutzer und eine detaillierte Inhaltsanalyse der einzelnen Websites durchgeführt. Im Fokus standen dabei unter anderem der Informationswert und die Bedienungsfreundlichkeit.

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