Therapie

Training im Gleichgewicht: So vermeidet man muskuläre Dysbalancen

Verhärtungen des Bindegewebes und muskuläre Dysbalancen können starke Schmerzen verursachen. Doch mit einer einfachen Massagerolle kann man dem vorbeugen. Wer einseitig Krafttraining betreibt, sollte zudem sein Trainingsprogramm umstellen. Beides kann die Kosten für die Physiotherapie reduzieren.

Beim Krafttraining dürfen keine Muskelgruppen vernachlässigt werden. (Foto: Flickr/Richard Foster/CC BY-SA 2.0)

Beim Krafttraining dürfen keine Muskelgruppen vernachlässigt werden. (Foto: Flickr/Richard Foster/CC BY-SA 2.0)

Oft fragen sich Fitness- und Kraftsportler erst mit dem Auftreten von Beschwerden, wie das Zusammenspiel der Muskeln überhaupt funktioniert. Ein Muskel arbeitet als Agonist bei einer Bewegung immer mit seinem Antagonisten. Der Antagonist zum Bizeps, der den Unterarm im Ellenbogen beugt, ist der Trizeps, der den Arm über den Ellenbogen wieder streckt. Wenn bei einer Bewegung mehrere Muskeln in die gleiche Richtung arbeiten, nennt man diese Synergisten. Mehrere Muskeln bilden eine Muskelgruppe. Die Gruppe der Bauchmuskeln ist der Gegenspieler zur Gruppe der Rückenmuskeln. Die gegensätzlichen Muskeln und Muskelgruppen sollten immer ungefähr gleich stark ausgebildet sein. Ungleichgewichte nennt man Dysbalancen, sie führen zu Fehlhaltungen und mithin zu heftigen Schmerzen und dauerhaften Schädigungen.

Die Fitness-Rolle Blackroll ist ein Hilfsmittel für eine intensive Selbstmassage bei leichten Beschwerden. Das Gerät ist aus Kunststoff und ist etwa 30 bis 40 Zentimeter breit. Mit verschiedenen Übungen kann die Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Muskulatur verbessert werden. Durch die unterschiedliche Beschaffenheit der Oberfläche können auch harte Verspannungen herausmassiert werden. Regelmäßige Anwendungen können die Physiotherapie ergänzen und somit Kosten sparen.

Ein ausgewogenes Training ist wichtig, um Verletzungen und Dysbalancen zu vermeiden. Bei Verspannungen und Dysbalancen kann die Umstellung auf antagonistisches Training Abhilfe schaffen. Voraussetzung ist eine stabile Basismuskulatur, da antagonistisches Training hohe Anforderungen an den Trainierenden stellt. Anfänger sollten diese Technik meiden, da das Training das zentrale Nervensystem, die Knochen, Bänder und Gelenke stark beansprucht. Doch richtig ausgeführt, könne es das klassische Training ergänzen und neue Reize setzen, um „offensichtliche muskuläre Defizite auszugleichen“, schreibt das Magazin Fitness-Magnet.

Beim Bestimmen einer muskulären Dysbalance spiele nicht nur der Muskelumfang, sondern auch die Dehnbarkeit und Funktionalität eines Muskels eine entscheidende Rolle, betont die Apotheken-Rundschau. Wenn Sportler sich nicht regelmäßig dehnen, kann es zu Verkürzungen der trainierten Muskeln kommen. Der Muskel gewinnt zwar an Kraft, aber er dominiert seinen Gegenspieler.

Ein prominentes Beispiel sind die Muskeln, die die Hüfte beugen. Ist der Hüftbeuger verkürzt, mindert dies die Beweglichkeit von Hüfte und Knie. Die Haltung verändert sich. Schmerzen und Muskelverspannungen können auftreten, Bänder, Kapseln und Gelenke verschleißen schneller.

Daher heißt die Devise: Ausgewogen trainieren. Das gilt nicht nur im Profisport, sondern auch für Amateure. Interessierte können sich bei Sportmedizinern auf Dysbalancen untersuchen lassen. Mit der Hilfe von Physiotherapeuten können gesundheitsfördernde Trainingsprogramme entwickelt werden.

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