Europa

Studie: Niederlande verfügt über das beste Gesundheitssystem Europas

Die Niederlande haben aus Patientensicht das mit Abstand beste Gesundheitssystem in Europa. Die Schweiz und Norwegen belegten beim aktuellen Ranking Platz zwei und drei. In Deutschland sind die Patienten weitaus unzufriedener.

Der aktuelle Euro Health Consumer Index hat erneut die Gesundheitssysteme von 36 europäischen Ländern verglichen. Wie die dazugehörige Studie zeigt, erhielten die  Niederlande in punkto Patientenzufriedenheit 898 von 1.000 möglichen Punkten – ein neuer Rekord. Die Niederlande belegten damit den ersten Rang unter den 36 Ländern, gefolgt von der Schweiz (855 Punkte) und Norwegen (851 Punkte).

Besonders das Hausarztmodell, die vielen Patientenorganisationen und das System privater Krankenversicherungen haben zu dem guten Abschneiden der Niederlande geführt. Das geht aus der Studie hervor, die der schwedische Think Tank Health Consumer Powerhouse (HCP) veröffentlicht.

Deutschland hingegen belegte  nur Platz 9 mit 812 Punkten. 2009 kam Deutschland nur auf Rang 14, den 6. Platz von 2012 konnte das deutsche Gesundheitssystem jedoch nicht halten. Allerdings gibt die Studie zu Bedenken, dass das deutsche Gesundheitssystem vielleicht nicht so negativ ist, wie es den Patienten erscheint:

So könnte – wie es bereits 2012 angenommen wurde – das Abrutschen auf Platz 9  ein „Artefakt sein, das durch die deutsche Neigung, zu grummeln“, hervorgerufen wird. „Was bedeutet, dass die derzeitige Verschlechterung des traditionell ausgezeichneten Zugangs zur Gesundheitsversorgung weniger stark ist, als es die Öffentlichkeit wahrnimmt“, so die Studie.

Deutschland habe das, was man als „am wenigsten reglementiertes und Patientenorientiertes Gesundheitssystem in Europa“ bezeichnen könnte. Die Patienten würden „fast alle Arten der Behandlungen erhalten, sobald sie dies wollen, obwohl es hier eher um Quantität als um Qualität geht“.

Generell liege aber die Schwachstelle des deutschen Gesundheitssystems in der großen Zahl eher kleiner allgemeiner Krankenhäuser, die sich nicht spezialisiert haben. Dies, so der Bericht, beginne sich nun langsam zu ändern.

Das Schlusslicht bilden Bosnien-Herzegowina (420 Punkte), Rumänien (453 Punkte) und Montenegro (463 Punkte). Die Lücke zwischen weniger wohlhabenden europäischen Ländern und Ländern werde auch im Gesundheitssystem immer größer, so die Autoren der Studie.

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