Technologie

Blindenstock erkennt Verwandte und Freunde

XploR Cane heißt der Prototyp des smarten Blindenstocks, den Studenten der Birmingham Birmingham City University mithilfe einer Smartphone-Technologie entwickelt haben. Mit seiner Kamera erkennt der Blindenstock nach Eingabe von Fotos Freunde auf bis zu zehn Meter Entfernung

Sehbehinderte und blinde Menschen mussten bisher immer die Menschen auf sich zukommen lassen. Nun „sehen“ sie mit ihrem Blindenstock, wer sich nähert, und können selbst die Initiative ergreifen. (Foto: Flickr/zoetnet/CC BY 2.0)

Sehbehinderte und blinde Menschen mussten bisher immer die Menschen auf sich zukommen lassen. Nun „sehen“ sie mit ihrem Blindenstock, wer sich nähert, und können selbst die Initiative ergreifen. (Foto: Flickr/zoetnet/CC BY 2.0)

Der Blindenstock verfügt über eine GPS-Funktion und kann Gesichter von Freunden und Verwandten auf eine Distanz von zehn Metern erkennen.

Um dies zu ermöglichen, werden zunächst Fotos von Freunden und Verwandten und deren biometrische Daten auf eine SD-Karte geladen. Diese befindet sich im Blindenstock selbst. Eine Kamera ermöglicht es, die Bilder und Daten mit Menschen in der näheren Umgebung abzugleichen. Erkennt der Blindenstock eine Person, vibriert er und informiert den Blinden per Bluetooth über ein akustisches Signal, wer erkannt wurde.

Nachdem die Studenten den Blindenstock bereits Unternehmen in Frankreich und Luxemburg vorgestellt haben, wollen sie auch deutsche Firmen von sich überzeugen. Derweil laufen die Tests zur Handhabung der Technologie weiter.

An der Zürcher Hochschule der Künste widmete man sich in der Vergangenheit ebenfalls dem Blindenstock. Ein sehender Blindenstock soll sehbehinderten Menschen erlauben, rechtzeitig Hindernisse ausfindig zu machen oder gezielt nach Objekten zu suchen.

Eine integrierte 3D-Kamera und ebenfalls eine haptisch-akustische Schnittstelle zum Nutzer ermöglichen die Funktionen des Blindenstocks. „Die Besonderheit der 3D-Kamera ist, dass sie nicht nur ein Bild der Umgebung aufnimmt, sondern auch zusätzlich in jedem Bildpunkt die Distanz zu den Objekten in der Umgebung misst“, so die Schweizer Entwickler.

„Er kann blinden und sehbehinderten Personen in vielen Alltagssituationen helfen, sich ein besseres Bild von der näheren Umgebung zu machen, um sich schneller und sicherer fortzubewegen und um schneller gesuchte Objekte oder auch den richtigen Weg zu finden.“ Ein weiterer Vorteil: Die Kamera kann auch unabhängig vom Blindenstock eingesetzt werden.

Kommentare

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  1. Eine interessante ERfindung, wobei es bereits Navigationshilfen/Apps gibt, die blinden Menschen mehr Unabhängigkeit geben.
    Aber je größer die Auswahl unterschiedlichster Hilfen dieser Art gibt, desto besser ist es und jeder kann die Hilfe wählen, mit der er/sie am besten zurechtkommt.
    Dies natürlich abhängig davon, welcher dieser nützlichen Helfer entweder preislich erschwinglich ist/bleibt oder welcher von ihnen es in den Hilfsmittelkatalog der deutschen Ersatzkassen schafft.

    L@’s w8 & C 😉